Grönland – eines der letzten Abenteuer

01.10.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Grönland – eines der letzten Abenteuer
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Ein Aufenthalt in Grönland führt in eine der ursprünglichsten und entlegensten Gegenden der Welt. Es ist eine Welt aus Eis und Gletschern, die Besucher hier erwartet – eines der letzten Abenteuer in unserem sonst durch moderne Zivilisation bestimmten Leben.

„Grünland“ nannte der norwegisch-isländische Seefahrer Erik der Rote die riesige Insel, an deren Küsten er im 10. Jahrhundert landete. Wer heute Grönland besucht, wundert sich angesichts der gewaltigen Eismassen und des vorherrschenden Weiss über diese Namensgebung. Grün ist Grönland nur in Randgebieten.



Grönland – ein Namensstreit

Bis heute streitet man sich um die Erklärung für diese Namensgebung. Eine mögliche Begründung liegt in der Tatsache, dass es im 9./10. Jahrhundert wärmer als heute war. Etliche in unserer Zeit von Eis verborgene Gebiete Grönlands waren möglicherweise damals von grüner Vegetation bedeckt. Vielleicht sollte der Name aber auch einfach Siedler hierherlocken. Tatsächlich sind noch Spuren nordischer Besiedlung von Island aus zu finden. Von Grönland aus wurde sogar bereits lange vor Kolumbus Amerika – das legendäre Vinland – entdeckt. Spätestens im 16. Jahrhundert endete diese Siedlungsgeschichte allerdings.

Wohngebiet in Nuuk (Bild: Nanopixi, Wikimedia, CC)

Wohngebiet in Nuuk (Bild: Nanopixi, Wikimedia, CC)

Teil Dänemarks mit eigenem Status



Staatsrechtlich gehört die Insel seit 1814 zu Dänemark, verfügt aber über eine weitreichende innere Autonomie. Die nur gut 56’000 Einwohner bestehen zum grössten Teil aus Angehörigen der einheimischen Inuit-Völker, die Europäer als Eskimos bezeichnen – eine Namensgebung, die von den Inuit selbst nicht geschätzt wird. Sie konzentrieren sich entlang der wenigen Orte an der Küstenlinie Grönlands. Der bevölkerungsreichste Ort ist die Hauptstadt Nuuk im Südwesten mit rund 16’000 Einwohnern.

Der erstes Schultag in Upernavik (Bild: Kim Hansen, Wikimedia, CC)

Der erstes Schultag in Upernavik (Bild: Kim Hansen, Wikimedia, CC)

Gigantische Flächen und Eismassen

Grönland ist menschenleer; das wird unmittelbar deutlich, wenn man die Fläche im Verhältnis zu den Einwohnern sieht. Mehr als 2,1 Millionen Quadratkilometer umfasst die grösste Insel der Welt, über 80 % davon liegen unter einer mächtigen Eisdecke. Im Schnitt ist diese bis zu zwei Kilometer dick, sie kann aber bis zu mehr als 3000 Meter mächtig werden. Der Eisschild bewegt sich an den Küsten ständig zum Meer und lässt dort Eisberge von mehreren Kilometern Länge entstehen. Immerhin gut 400’000 Quadratkilometer an den Küstenlinien sind eisfrei. Dort bietet Grönland fantastische Fjord- und Gebirgslandschaften.

Hvitserk – der höchste Berg im Watkins-Gebirge. (Bild: Maxim Bouev,Wikimedia, CC)

Hvitserk – der höchste Berg im Watkins-Gebirge. (Bild: Maxim Bouev,Wikimedia, CC)

Bald wieder Grünland?

In kaum einer Region der Erde macht sich der Klimawandel so bemerkbar wie auf Grönland. Die Eismassen der Insel sind am Bröckeln. Dem Besucher, der die gewaltigen Eisberge und Gletscher erlebt, wird dies vielleicht nicht bewusst. Nur wer den Vergleich über längere Zeitabstände hat, sieht den Wandel. Wenn der Prozess so weitergeht, wird Grönland eines Tages möglicherweise wieder so grün wie einst.



Beliebtes Ziel für Kreuzfahrten

Trotz der Abgeschiedenheit und Menschenleere – es gibt durchaus ein touristisches Angebot. Natur- und Landschaftserlebnisse stehen dabei im Mittelpunkt. Grönland ist Station oder Ziel zahlreicher Kreuzfahrten, die sich in der nördlichen Hemisphäre bewegen. Die beste Zeit dafür ist der Sommer, also Juli oder August, wenn die Mitternachtssonne zu erleben ist und das Klima sich vergleichsweise mild zeigt. Grössere Schiffe steuern in der Regel eine bis zwei spektakuläre Stationen auf Grönland an, zum Beispiel den Ilulissat-Eisfjord, wo man das „Kalben“ der Eisberge live im warmgoldenen Sonnenlicht miterleben kann. Es gibt aber auch Fahrten mit kleineren Schonern, die länger an der vielgestaltigen Küstenlandschaft vorbeiführen und häufiger anlegen.

Ilulissat-Eisfjord im westlichen Grönland (Bild: Michael Haferkamp, Wikimedia, GNU)

Ilulissat-Eisfjord im westlichen Grönland (Bild: Michael Haferkamp, Wikimedia, GNU)

Möglichkeiten für Naturerlebnisse



Daneben besteht die Möglichkeit, in den Orten an der Küste zu übernachten und von dort aus Touren zu unternehmen. Dort wird auch oft noch die ursprüngliche Kultur der Inuit gezeigt. Es gibt fast überall, wo Menschen in Siedlungen leben, Hotels oder private Übernachtungsmöglichkeiten und auch Restaurants. Diese Punkte können dann als Ausgangspunkte für Unternehmungen genutzt werden.

Wandern und Klettern gehören ebenso zum Angebot wie Fahrten mit dem traditionellen Hundeschlitten oder Kajaktouren, im klassischen Inuit-Boot. Natürlich kann man auch wie die Einheimischen auf Fischfang gehen oder sich dem Whalewatching widmen. Die Gewässer um Grönland sind besonders nahrungsreich und ziehen daher viele Walarten an. Es gibt Orte, bei denen Walbeobachtung praktisch garantiert ist.

Grönland von oben und unten

Auch für extremere Leidenschaften bestehen Angebote. Grönland verfügt über Hochgebirge, wo auch Bergsteigen möglich ist. Das Watkins-Gebirge am Ostrand der Insel besitzt etliche Gipfel über 3000 Meter. Der höchste Berg ist der fast 3700 Meter hohe Hvitserk. Kaltwasser-Tauchen ist eine andere Herausforderung. Es bietet Gelegenheit, die Unterwasserwelt Grönlands zu entdecken. Das Leben unter Wasser ist sehr viel reichhaltiger und produktiver, als man angesichts der Temperaturen erwarten würde.

Den Überblick über die endlosen Weiten Grönlands erhält man am besten bei einem Rundflug. Die Nutzung eines solchen Angebots ist zweifellos ein Highlight jeder Grönland-Reise. Es gibt wahrscheinlich keinen besseren Eindruck, als die Eis- und Gletscherwelt Grönlands aus einem Helikopter oder kleinen Motorflugzeug auf sich wirken zu lassen – ein Erlebnis, das man nicht vergessen wird.



 

Oberstes Bild: Küstenabschnitt im Süden Grönlands (© Jensbn, Wikimedia, GNU)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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