Öland – Insel der Schlösser und Windmühlen

27.08.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
Keine Beiträge mehr verpassen? Hier zum Newsletter anmelden!
Öland – Insel der Schlösser und Windmühlen
5 (100%)
1 Bewertung(en)

Sanfte Küstenlandschaften und naturbelassene Strände, historische Windmühlen und majestätische Schlösser: Die schwedische Ferieninsel Öland umfasst auf einer Fläche von knapp 1.350 km² eine überraschende Vielfalt an Natur- und Kulturlandschaften. Die Insel dient einer einzigartigen Flora und Fauna als Lebensraum, darunter viele aussergewöhnliche Arten.

Öland ist traditionell landwirtschaftlich geprägt; Felder und Weideland machen rund 25 % der Inselfläche aus. Auch die Fischerei hat in Ölands kleinen Fischerhäfen lange Tradition. Berühmt ist die Insel aber vor allem für ihre Windmühlen: Rund 400 von einstmals 2000 Windmühlen sind bis heute erhalten. Der landwirtschaftliche Süden von Öland ist seit 2000 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.



Die Insel Öland ist mit dem Festland über die Ölandbrücke verbunden, mit mehr als sechs Kilometern Länge die längste Brücke Schwedens. Vier grössere Orte dienen als Ausgangspunkte für Ausflüge auf der Insel, darunter das zentral gelegene Borgholm als Hauptort. Mit seiner Burgruine, mehreren prähistorischen Grabanlagen und einer hervorragenden touristischen Infrastruktur lädt Borgholm auch selbst zu einem Besuch ein.

Schlossruine Borgholm (© Håkan Dahlström / Wikimedia / CC)

Schlossruine Borgholm (© Håkan Dahlström / Wikimedia / CC)

Artenreiche Naturlandschaften auf Öland

Die Insel Öland ist geprägt von sanften Feldern und Wiesen, von weiten Karst- und Moorlandschaften und ausgedehnten Wäldern. Die vielfältigen Landschaftsformen und der für Schweden ungewöhnliche Boden haben eine faszinierende Flora und Fauna entstehen lassen, darunter endemische Arten wie das Öland-Sonnenröschen, eines der Symbole der Insel.



Berühmt ist Öland ausserdem für die grosse Vielfalt an Vogelarten, die insbesondere in den Mooren und Feuchtgebieten der Insel leben. Vor allem die Seen im Süden der Insel dienen vielen Vogelarten als Lebensraum. Mehrere Vogelschutzgebiete bestehen ausserdem an der Küste, allen voran das Naturreservat Ottenby im Süden und das Schutzgebiet Beijersham im Norden der Insel.

Ursprünglich verfügte Öland über eine viel grössere Zahl an Mooren und Feuchtgebieten. Ab dem 17. Jahrhundert wurden weite Teile diese Gebiete jedoch trockengelegt, um neue landwirtschaftliche Nutzgebiete zu schaffen. Auf diese Weise ging etwa die Hälfte der öländischen Moore verloren – zum Teil mit verheerenden Folgen für Flora, Fauna und Wasserhaushalt der Insel. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Renaturierung der natürlichen Feuchtgebiete vorangetrieben.

Naturreservat Neptuni åkrar im Norden von Öland (© David Castor / Wikimedia / public domain)

Naturreservat Neptuni åkrar im Norden von Öland (© David Castor / Wikimedia / public domain)

Ölands Schlösser und Kirchen

Die Insel Öland verfügt über eine grosse Anzahl an historischen Schlössern, darunter auch Überreste prähistorischer Schlösser. Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten zählt Schloss Borgholm, das mit seinem Schlosspark zugleich ein beliebtes Ziel für Ausflüge und Wanderungen ist. In der Nähe von Borgholm liegt auch Schloss Solliden, ein Sommerwohnsitz der schwedischen Königsfamilie. Die Schlossanlage wurde zwischen 1903 und 1906 gebaut und wird bis heute regelmässig von der Königsfamilie besucht. Die Gartenanlage des Schlosses ist im Sommer für Besucher geöffnet.

Zu den bekanntesten Bauwerken von Öland zählt ausserdem Burg Eketorp, eine rekonstruierte Festungsanlage, die ursprünglich als Fluchtburg errichtet worden war. Vom 3. bis zum 13. Jahrhundert erfuhr die Ringburg mehrfache Veränderungen. Ab 1978 begann man mit der Rekonstruierung der Festung nach der Anlage, wie sie im 5. Jahrhundert entstand. Überreste prähistorischer Festungen können auch anderenorts besucht werden, darunter die Burganlagen Bårby und Gråborg im südlichen Teil der Insel sowie die Burg Ismantorp südlich von Borgholm.

Auch 35 Kirchen sind auf Öland erhalten, von denen viele ursprünglich als Wehrkirchen dienten. Charakteristisch für die Insel sind vor allem die Sattelkirchen mit Türmen an beiden Enden des Kirchenschiffs. Da die Sattelkirchen im 19. Jahrhundert fast ausnahmslos umgebaut wurden, ist heute nur noch eine Kirche erhalten, bei der der zweite Turm zumindest teilweise vorhanden ist. Sehenswert sind vor allem die mittelalterlichen Kirchen in Gärdslösa und Resmo, zwei der ältesten Kirchen der Insel. Die Kirche von Långlöt ist eine von nur zwei Kirchen auf Öland, bei denen die mittelalterliche Turmspitze im Original erhalten ist.

Rekonstruierte Ringburg Eketorp (© Håkan Svensson / Wikimedia / CC)

Rekonstruierte Ringburg Eketorp (© Håkan Svensson / Wikimedia / CC)




Die Windmühlen von Öland – Wahrzeichen der Insel

Berühmt ist Öland vor allem für seine rund 400 Windmühlen, die aus dem 19. Jahrhundert erhalten werden konnten. Damals galt eine eigene Windmühle als bäuerliches Statussymbol, das ausschliesslich für den Eigenbedarf eines einzelnen Hofes errichtet wurde. Zu dem Hochzeiten des Windmühlen-Baus existierte auf Öland eine Windmühle für etwa 10 bis 20 Einwohner. Im 20. Jahrhundert verloren die Mühlen jedoch an Bedeutung und verfielen grösstenteils, weshalb von ursprünglich 2000 Windmühlen nur noch etwa 400 erhalten sind.

Die Windmühlen auf Öland sind vorwiegend Bockwindmühlen, die älteste europäische Windmühlen-Art. Die grösste Bockwindmühle der Insel ist die Mühle von Björnhovda östlich der Hafenstadt Färjestaden. Zu den bedeutendsten Mühlen zählen ausserdem die Windmühlen-Reihen von Störlinge und Lerkaka sowie die Holländermühle von Sandvik, die grösste Windmühle in Nordeuropa. Die Scheuermühle von Jordhamn wiederum ist die letzte erhaltene Scheuermühle in Schweden.

Windmühlen bei Mysinge (© Allie_Caulfield / Wikimedia / CC)

Windmühlen bei Mysinge (© Allie_Caulfield / Wikimedia / CC)




Besuch auf der „Blauen Jungfrau“

Zwischen Öland und dem schwedischen Festland liegt die Granitinsel Blå Jungfrun, die „Blaue Jungfrau“. Die Insel ist unbewohnt und als Nationalpark geschützt. Die „Blaue Jungfrau“, im südschwedischen Volksglauben als Hexeninsel bekannt, lädt heute mit unberührten Naturlandschaften zu Wanderungen und Tierbeobachtungen ein. Neben höhlendurchzogenen Felsküsten und ausgedehnten Laubwäldern umfasst die Insel auch eine Vielzahl von Feuchtgebieten, die verschiedenen Seevögeln als Brutgebiet dienen. Im Sommer bestehen von Bryxelkrog im Norden von Öland tägliche Fährverbindungen zur Blå Jungfrun.

 



 

Oberstes Bild: Windmühle auf Öland (© Xavier / Wikimedia / CC)

Wo liegt dieses Reiseziel?

Über Andrea Rathjen

Die Agentur belmedia GmbH beliefert die Leserschaft täglich mit interessanten News, spannenden Themen und tollen Tipps aus den unterschiedlichsten Bereichen. Nahezu jedes Themengebiet deckt die Agentur belmedia mit ihren Online-Portalen ab. Wofür wir das machen? Damit Sie stets gut informiert sind – ob im beruflichen oder privaten Alltag!



Ihr Kommentar zu:

Öland – Insel der Schlösser und Windmühlen

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.