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Reise von Peking nach Shanghai, Teil 5: Der Berg der Dichter Huang Shan – die Entdeckung der chinesischen Romantik

31.03.2014 |  Von  |  Alle Länder, Asien
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Reise von Peking nach Shanghai, Teil 5: Der Berg der Dichter Huang Shan – die Entdeckung der chinesischen Romantik
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Wer das befestigte und angriffsbereite Xiʼan verlässt und die Reise weiter Richtung Süden fortsetzt, wird unweigerlich sehr romantische Landschaften für sich entdecken. Die erste von ihnen ist das Gebirge Huang Shan im Südosten des Landes.

Das Gebirge Huang Shan liegt in der Nähe des bezaubernden Städtchens Tunxi, eine Flugstunde entfernt von Xiʼan und gehört zu den beliebtesten Reisezielen sowohl für Chinesen selbst, als auch für ausländische Touristen. Das Gebirge trägt das zweifache Prädikat der UNESCO, einmal als Weltnaturerbe und einmal als Weltkulturerbe.

Dies ist ein Bericht über die Reise von Peking nach Shanghai in mehreren Teilen:



Teil 1: Die Verbotene Stadt und die Chinesische Mauer



Teil 2: Peking – Stadt der Kontraste

Teil 3: Die kaiserliche Sommerresidenz in Chengde

Teil 4: Terrakotta-Armee von Xiʼan

Teil 5: Der Berg der Dichter Huang Shan – die Entdeckung der chinesischen Romantik

Teil 6: Guilin – Liebling der Maler und Dichter



Teil 7: Shanghai – eine Stadt mit vielen Gesichtern



Teil 8: Hangzhou – das Paradies auf Erden

Aussichten im Huang Shan Gebirge (Bild: Boule02de, Wikimedia, CC)

Aussichten im Huang Shan Gebirge (Bild: Boule02de, Wikimedia, CC)

Beide Auszeichnungen erklären sich von selbst, wenn man Huang Shan mit eigenen Augen sieht: 72 Gipfel, die zu diesem Gebirge zählen, haben teilweise senkrecht abfallende Berghänge; die Felsformationen ragen in fantastischsten und bizarrsten Formen hoch zum Himmel und verlieren sich oft im Wolkenmeer; im harmonischen Einklang damit wachen die uralten Kiefern, die in allen möglichen Formen das Gebirge bedecken.

All das machte Huang Shan zu einem Idealgebirge nach der chinesischen Vorstellung über Naturschönheit. Deswegen war Huang Shan seit jeher ein Liebling der Maler und Dichter. Man findet die sonderbaren Formen seiner Felsen, knorrigen Kiefern und Wolkenmantel auf zahlreichen Bildern und Gravuren der chinesischen Maler wieder, während die Dichter seine Schönheit in ihren Poemen besungen haben. Der Reiz, den Huang Shan auf die Menschenseele ausübt, ist für die gegenwärtige Generation genau so unwiderstehlich wie in der  Vergangenheit:  In jüngster Zeit diente das chinesische Gebirge dem Regisseur James Cameron als Inspiration für seine Halleluja-Berge im Film „Avatar“.

Huang Shan Gebirge in chinesischer Kunst (Bild: Shizhao, Wikimedia, CC)

Huang Shan Gebirge in chinesischer Kunst (Bild: Shizhao, Wikimedia, CC)

Der bekannteste Berg der Formation trägt den gleichen Namen Huang Shan, man nennt ihn aber auch oft Gelber Berg oder Berg der Dichter. Diese Natursehenswürdigkeit kann man zu Fuss oder per Seilbahn besteigen. Wer sich für die Seilbahn entscheidet, muss mit beträchtlichen Wartezeiten rechnen. Die Fahrt selbst dauert etwa eine Viertelstunde, ist aber eine harte Probe für alle, die an Höhenangst leiden, denn sie führt die abgrundtiefen Schluchten aufwärts und scheint im Himmel selbst ihre Endstation zu haben.





Ein Affe bestaunt gedankenversunken das Wolkenmeer (Bild: Mätes II., Wikimedia, CC)

Ein Affe bestaunt gedankenversunken das Wolkenmeer (Bild: Mätes II., Wikimedia, CC)

Wer sich aber als fit einschätzt und das Gebirge Huang Shan hautnah erleben möchte kann den Gelben Berg zu Fuss ersteigen. Es gibt hier sehr viele Wanderwege und Treppen, die den Berg hinauf führen. Dabei stehen den Bergwanderern der Hintere und der Vordere Berg zur Auswahl.  Manche Wege sind besser für den Aufstieg und andere für den Abstieg geeignet, es ist ratsam vor Ort nachzufragen.

Touristentreppen in Huang Shan (Bild: Blbrk, Wikimedia)

Touristentreppen in Huang Shan (Bild: Blbrk, Wikimedia)

Der Hintere Berg zieht am meisten Besucher an, denn von hier aus geniesst man die schönsten Aussichten. Deswegen ist er auch sehr überlaufen, ausserdem muss man hier nicht nur mit Massen von Mitwanderern rechnen; auch schleppen die zahlreichen Lastträger ihre schwer beladenen Säcke bergauf. Auf den Hängen des Hinteren Bergs liegen viele Hotels, die Seilbahn wird aber nur für den Personenverkehr benutzt. Das bedeutet im Klartext: Der komplette Proviant, und alles, was ein Hotel für sein alltägliches Leben braucht, wird mittels purer Menschenkraft hochgeschleppt.

Träger bringen im Huang Shan Gebirge schwere Lasten eine Treppe zu einem Hotel auf etwa 1500 m hinauf (Bild: Arne Hückelheim, Wikimedia, CC)

Träger bringen im Huang Shan Gebirge schwere Lasten eine Treppe zu einem Hotel auf etwa 1500 m hinauf (Bild: Arne Hückelheim, Wikimedia, CC)

Besonders empfehlenswert ist es, den Hinteren Berg ganz früh morgen oder spät am Abend zu besteigen. Von der Terrasse des Löwengipfels, Shizi Feng, kann man wie an wahrscheinlich  keinem anderen Ort auf der Welt den Sonnenaufgang geniessen: Die aufgehende Sonne, rötlich schimmernde Bergsilhouetten und ein allmählich durchsichtiger werdender Morgennebel machen das Panorama absolut unvergesslich. Bei Sonnenuntergang ist es am besten, sich zu dem „Pavillon der ziehenden Wolken“ zu begeben, um von hier das im gleichen Masse umwerfende Naturschauspiel nur vice versa zu bestaunen.

Das Erste, was man vor dem Aufstieg am Vorderen Berg sieht, ist die Willkommenskiefer, Yingke Song, die ihre Arme auszustrecken scheint, um die Gäste zu begrüssen. Auf der Hundert-Schritte-Wolkentreppe gelangt man zum 1´840 Meter hohen Lichtgipfel, Guangming Ding, von dem aus man weiter Richtung Hinterer Berg wandern kann.

Einsame Kiefer krönt einen Berggipfel im Huang Shan Gebirge (Bild: Stephane.janel, Wikimedia, CC)

Einsame Kiefer krönt einen Berggipfel im Huang Shan Gebirge (Bild: Stephane.janel, Wikimedia, CC)

Für alle, die den Fussmarsch wagen, gilt natürlich: Gute Wanderschuhe, eine Wasserflasche und wenig Gepäck sind ein Muss. Um das leibliche Wohl sollte man sich keine Sorgen machen, denn viele Berghotels bieten gute Verpflegungsmöglichkeiten an.

Einen atemberaubenden Ausblick geniesst man von der Seufzerbrücke. Die Legende besagt, dass der Gelbe Kaiser Huangdi einen Alchemisten nach Huang Shan geschickt hatte, damit dieser im Schatten seiner Gipfel das Geheimnis der Unsterblichkeit entdecke. Ob der Gelehrte den Auftrag erfühlte, weiss man natürlich nicht (obwohl der mythische Kaiser als Hochgott und erleuchteter Unsterblicher im Daoismus gilt), und doch versteht man gleich, wenn man in Huang Shan unterwegs ist, warum dieses Gebirge seit Jahrhunderten eine ständig frische Inspiration unzähliger Legenden, Lieder und Dichtungen war.

 

Oberstes Bild: Der Berg der Dichter Huang Shan (Bild: Arne Hückelheim, Wikimedia, CC)

Wo liegt dieses Reiseziel?

Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.



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