Schweizer Alpen im Winter, Teil 2: Skipisten im Saastal und die Herrgottsgrenadiere von Lötschental

20.01.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa, Schweiz
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Schweizer Alpen im Winter, Teil 2: Skipisten im Saastal und die Herrgottsgrenadiere von Lötschental
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40 Kilometer von Zermatt entfernt liegt das berühmte Saastal mit seiner absolut spektakulären Wintermärchenlandschaft. Auf einem Hochplateau des Tals und westlich des Talgrundes heisst die Gemeinde Saas-Fee die Reisenden willkommen. Saas-Fee, eines der feinsten Wintersportzentren der Schweiz, liegt in der Nähe des Feegletschers, umrahmt von der Mischabel-Bergkette, die eine unvergessliche Panoramasicht auf 13 Viertausender bietet. Beim Aufgehen der Sonne am Morgen und im Abendlicht färben sich die Berggipfel in Magentatöne, was zusammen mit dem Weiss des Schnees eine unvergessliche Farbpalette schafft. Dank dieser überwältigenden Kulisse bekam Saas-Fee den Namen „die Perle der Alpen“.

Im Skigebiet von Saas-Fee befinden sich fast 100 Kilometer Pisten aller Schwierigkeitsgrade. Die Nachbargemeinden Saas-Balen, Saas-Allmagell und Saasgrund fügen noch weitere 50 Pistenkilometer hinzu. Alle Skipisten von Saas-Fee  sind nach Norden gerichtet und gelten deswegen für die gesamte Wintersaison als sehr schneesicher. Die längste Abfahrt führt von Mittelallalin nach Saas-Fee,  ist 14 Kilometer lang und überwindet 1´778 Meter Höhenunterschied. Für diejenigen, die es ruhiger haben wollen, gibt es noch weitere 26 Kilometer Loipen, vier Eisbahnen und 60 Kilometer grossartiger Winterwanderwege.







Blick über Saas-Fee im Winter (Bild: Saas-Fee, Wikimedia, CC)

Blick über Saas-Fee im Winter (Bild: Saas-Fee, Wikimedia, CC)

Den Wintersportlern und Schneeschuhwanderern stehen 22 Bergliftanlagen zu Diensten, die sie bis auf eine Höhe von 3´500 Meter befördern. Die Fahrten inmitten der unbeschreiblich grandiosen alpinen Winterlandschaft bleiben genau so unvergesslich wie der Geschwindigkeitsrausch bei der Skifahrt ins Tal hinab.

Die Standseilbahn „Metro Alpin“, die von Saas-Fee nach Mittelallalin führt, verläuft vollständig unterirdisch und wird deswegen als „höchst gelegene U-Bahn der Welt“ bezeichnet. Abgesehen davon, dass die Bahn von Skifahrern und Wanderern benutzt wird, bringt einen „Metro Alpin“ zu einer weiteren hiesigen Attraktion – dem höchstgelegenen Drehrestaurant der Welt. Innerhalb einer Stunde dreht sich das Restaurant komplett um die Achse. Die Gäste können, ohne den Platz wechseln zu müssen, das komplette 360°-Panorama der Viertausender der Walliser Alpen geniessen.

Drehrestaurant Mittelallalin von der Britanniahütte aus gesehen (Bild: Wandervogel, Wikimedia, CC)

Drehrestaurant Mittelallalin von der Britanniahütte aus gesehen (Bild: Wandervogel, Wikimedia, CC)

Ein weiterer Publikumsmagnet ist der weltweit grösste Eispavillon – eine Eisgrotte im Gletscher von Mittelallalin mit einem erstaunlichen Volumen von  5´500 m³.  Der Eispavillon kann auch mit „Metro Alpin“ erreicht werden.

Im Süden des Saastals verläuft die Grenze zu Italien, die wahrscheinlich zu den malerischsten Naturgrenzen der Welt gehört, denn beide Länder sind  durch eine Bergkette getrennt. Ein kurzer Abstecher zu den Nachbarn, nur so mal hin und zurück, ist absolut unmöglich. Die Direkte Verbindung besteht nur über Wanderwege.

Ein anderer Pflichtprogrammpunkt im Süden der Schweiz ist das Lötschental im Oberwallis, das im 19. Jahrhundert von britischen Bergsteigern für den Tourismus entdeckt wurde und seitdem zu den beliebtesten Reisezielen der ganzen Schweiz zählt. Das Lötschental trägt den Titel UNESCO-Weltnaturerbe, was überhaupt nicht verwunderlich ist, wenn man die faszinierende Landschaft, umrahmt von den Berner Alpen mit ihren Gletschern und über 3´000 Meter hohen Bergen, betrachtet.





Blick nach Südsüdwesten von der Hollandiahütte im Lötschental (Bild: Konkord, Wikimedia, CC)

Blick nach Südsüdwesten von der Hollandiahütte im Lötschental (Bild: Konkord, Wikimedia, CC)




Als traditioneller Hauptort des Lötschentals gilt Kippel. Das Dorf mit knapp 500 Einwohnern ist schon mehrere Jahrhunderte alt, denn die Geschichte der Pfarrei geht auf das Jahr 1233 zurück. In jeder Hinsicht ist Kippel das „urbane“ Herz des Tals: hier befindet sich die einzige Schule des Lötschentals  und das seit 1982 bestehende Lötschentaler Museum. Das Dorfbild ist von traditionellen Walliser Holzhäusern geprägt. Obwohl eine gewaltige Lawine 1923 Kippel fast vollständig zerstörte, wurden die Häuser wiederaufgebaut, darunter auch die teilweise beschädigte Pfarrkirche, die aus dem Jahr 1742 stammt. Die Kirche konnte erst 1977 vollständig und originalgetreu restauriert werden und ist heutzutage ein wesentlicher Bestandteil des idyllischen und altertümlichen Bildes von Kippel. Auch die malerischen Hotels der Jahrhundertwende prägen die alpine Romantik des Dorfes und ziehen nach wie vor tausende von Touristen an, die, verliebt in die märchenhaft schöne Landschaft, wieder und wieder kommen.

Traditionelle Walliser Holzhäuser in Kippel (Bild: Manuae, Wikimedia, CC)

Traditionelle Walliser Holzhäuser in Kippel (Bild: Manuae, Wikimedia, CC)

Das Museum im Lötschental führt die Besucher auf eine Reise durch die Welt der alpinen Sitten und Bräuche und erzählt von der Schauseite des Lötschentals, die genauso aufregend wie geheimnisvoll ist. Auf einem spannenden Rundgang erfahren die Besucher Unerwartetes und Neues über Sakralkunst der Alpenvergangenheit, lernen die Exponate kennen, die von Wohnkultur, Alpwirtschaft und Tourismus erzählen, können Masken und Trachten aus der Gegend bewundern.

Absolut spektakulär ist die heidnisch-alemannische Fastnachtszeit im Lötschental. Die typischen Tschäggätta-Verkleidungen sind aus Tierfellen angefertigt und werden traditionell nur von jungen unverheirateten Männern getragen. Die Felle verhüllen dabei den ganzen Körper, und am Gesicht werden übergrosse, handgeschnitzte und bemalten Masken, Larven genannt, getragen. In der Vergangenheit überfielen die Jugendlichen mit Lärm und wildem Treiben bei Nacht die naheliegenden Dörfer, so dass es sogar zu Übergriffen gekommen sein soll, für die bereits im 19. Jahrhundert eine Strafe ausgesetzt wurde. Die Ursprünge der Tradition liegen vermutlich in den Überfällen von Schurten auf die ersten alemannischen Siedler. Heute wird die Tradition in Form von Umzügen gefeiert, von welchen der grösste in Wiler, einem anderen Dorf im Lötschental,  jeden Fastnachtssamstag stattfindet.

Tschäggätta-Verkleidungen während der Fastnachtszeit im Lötschental (Bild: Yan Schweizer, Wikimedia, CC)

Tschäggätta-Verkleidungen während der Fastnachtszeit im Lötschental (Bild: Yan Schweizer, Wikimedia, CC)

Bei festlichen Anlässen tragen die alteingesessenen Bewohner vom Lötschental die Paradeuniformen, die als Herrgottsgrenadiere bekannt sind. Die Festverkleidungen erinnern an die Zeit, als die Lötscher als Söldner aus dem Tal auszogen. Wenn sie nach ihrer Dienstzeit zurückkehrten, trugen sie bei festlichen Anlässen die Uniform der Armee, in der sie gedient hatten. Herrgottsgrenadiere wurden vom Vater zum Sohn vererbt und von Generation zu Generation mit grossem Stolz getragen.



 

Oberstes Bild: Allalinhorn bei Saas-Fee (Bild: ch-info.ch, Wikimedia, CC)

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Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.



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