Die Provence – im Land des Lavendels

17.06.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Die Provence – im Land des Lavendels
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Nirgendwo gibt sich Frankreich so mediterran wie in der Provence. Die uralte Kulturlandschaft im Südosten des Landes zwischen Rhone und der Grenze zu Italien bezaubert Besucher mit ihrem südlichen Charme, eindrucksvollen und vielfältigen Regionen und nicht zuletzt mit der Côte d’Azur, dem Inbegriff mondäner Badeferien. Eine Reise in die Provence besitzt viele Facetten und hat jedem Besucher etwas zu bieten.

Der Name der Provence weist auf die römische Herrschaft in der Antike hin. Als „Provincia Narbonensis“ gehörte das Gebiet zum römischen Weltreich. Die Besiedlung ist tatsächlich deutlich älter. Lange vor der Zeitenwende liessen sich von Norden her Kelten im Landesinneren nieder, während die Küste von Griechen besiedelt wurde. Die bedeutendste griechische Gründung war Massilia, das heutige Marseille. Später gehörten grosse Teile der Provence zum Königreich Burgund und damit zum Heiligen Römischen Reich, dann ergriffen die französischen Könige zunehmend Besitz von der Region.



Vorderansicht des Papst-Palastes in Avignon (Bild: Chimigi, Wikimedia, CC)

Vorderansicht des Papst-Palastes in Avignon (Bild: Chimigi, Wikimedia, CC)

Im Land der Meeralpen

Ferien in der Provence bedeuten Landschafts- und Naturerlebnis. Kaum eine andere Gegend Frankreichs wartet mit einer so grossen landschaftlichen Vielfalt auf. Je weiter man nach Osten und nach Norden kommt, umso gebirgiger wird das Gebiet. Die Meer- oder Seealpen bestimmen das Bild. Spektakuläre Gebirgsformationen, tiefe Schluchten und Canyons zeigen sich dem Besucher, der die Region auf Wanderungen, beim Klettern, mit dem Auto oder dem Rad entdecken möchte.



Im Nationalpark Mercantour an der Grenze zu Italien erleben Reisende eine wildromantische Berglandschaft, zu deren schönstem Bild der auf über 2000 Metern Höhe gelegene Lac d’Allos zählt. In den Tälern Vallée des Merveilles und Vallée de Fontanalbe sind Tausende von Felsritzungen aus der Bronzezeit zu sehen. Weiter westlich liegt die Verdon-Schlucht, einer der grössten europäischen Canyons. Bis zu 700 Meter in die Tiefe reicht die Schlucht, die an ihren engsten Stellen nur wenige Meter breit ist.

Rafting-Fahrten auf dem Verdon-Fluss sind ein besonderes Erlebnis. Hochalpin wirkt die Provence dagegen im Nationalpark Écrins im Norden, der sich rund um das gleichnamige Gebirgsmassiv erstreckt. Der Barre des Écrins als höchster Berg erreicht immerhin 4102 Meter.

Im Nationalpark Mercantour (Bild: Kaelkael, Wikimedia, CC)

Im Nationalpark Mercantour (Bild: Kaelkael, Wikimedia, CC)

Zwischen Camargue und Côte d’Azur

Zum Meer hin fallen die Seealpen mehr oder weniger steil ab. Neben den bekannten Badeorten und Stränden ist hier viel Felsenküste zu finden. St. Tropez, Cannes, Antibes und Nizza stehen stellvertretend für die vielen touristischen Zentren an der Côte d’Azur – nicht zu vergessen das ebenso teure wie kleine Fürstentum Monaco, das zäh seine Unabhängigkeit behauptet.



Nach Westen hin werden die Höhen immer geringer. Auf der Hochebene von Valensole präsentiert sich Urlaubern das Panorama, das wie kein anderes die Vorstellung von der Provence prägt. Auf weiten Flächen erstrecken sich Lavendelfelder zwischen verstreut liegenden Höfen. In der Blütezeit zwischen Anfang Juli und August ist die Landschaft in ihr typisches Violettblau getaucht und lädt zum Träumen und Verweilen ein. Westlich davon erstrecken sich die Hügel- und Bergketten des Luberon und der Alpilles. Sie erreichen nur wenige Hundert Meter und besitzen jeweils ganz eigenen Charakter. Im Umfeld der Alpilles befindet sich eines der bekanntesten Olivenanbaugebiete Frankreichs. Das Olivenöl aus dieser Gegend gilt als exquisit.



Einen starken Kontrast dazu bildet die Camargue – so wird die Feuchtlandschaft im Rhone-Delta südlich von Arles bezeichnet. Auf den weiten Flächen existiert eine faszinierende Wasservogelwelt, viele Flamingos leben hier. Die wildlebenden weissen Camargue-Pferde sind ein Markenzeichen der Region.

Flamingos in Camargue (Bild: Andrea Schaffer, Wikimedia, CC)

Flamingos in Camargue (Bild: Andrea Schaffer, Wikimedia, CC)

Mittelalterliche und antike Reminiszenzen

Die Provence ist auch ein Land der Kulturdenkmäler und baulichen Sehenswürdigkeiten. Avignon ist zweifellos eines der beliebtesten Ziele. Zwischen 1309 und 1423 war die Stadt an der Rhone Sitz der Päpste. Von dieser Zeit kündet noch der mächtige Papstpalast, der die historische Altstadt mit seinen wuchtigen Mauern überragt. Ein Wahrzeichen Avignons ist auch der berühmte Pont St. Bénézet. Die nach einer Flut nur teilweise erhaltene Brücke inspirierte zu dem Lied „Sur le pont d’Avignon“. Neben Avignon zeigen sich noch viele Orte entlang der Rhone mittelalterlich geprägt, zum Beispiel Tarascon.

Römische Spuren finden sich vielerorts in der Provence. Berühmt ist das Amphitheater in Arles, das noch heute als Stierkampfarena genutzt wird. Stierkampf hat in der Provence Tradition. Im Unterschied zu Spanien überlebt der Stier hier allerdings das Turnier. Auch in Nimes und Orange gibt es noch gut erhaltene römische Amphitheater und andere antike Bauten.

Das Amphitheater von Arles (Bild: Vincent, Wikimedia)

Das Amphitheater von Arles (Bild: Vincent, Wikimedia)

Ein bekanntes Bild ist der Pont du Gard, ein römisches Aquädukt, das Nimes einst mit Wasser versorgte. Viele Orte im Hinterland haben ihr ursprüngliches Aussehen bewahrt, wie das malerische Gourdon, das sich auf einem Felsvorsprung erhebt. Oft macht nicht ein einzelnes Bauwerk, sondern die malerische Lage in Verbindung mit alten Gemäuern und südlicher Atmosphäre den besonderen Reiz aus.

Marseille und Bouillabaisse

Lange eher verpönt, hat die Hafenstadt Marseille in den letzten Jahren deutlich an Attraktivität gewonnen. Seit die grösste Metropole der Provence europäische Kulturhauptstadt geworden war, wurde viel getan, um den lädierten Ruf zu verbessern. Marseille gilt übrigens als Ursprungsort einer der bekanntesten Provence-Spezialitäten, der Bouillabaisse. Die Fischsuppe ist ein typisches Beispiel für die durch Meeresfrüchte, Oliven, Kräuter und Gemüse geprägte Küche der Region.



 

Oberstes Bild: Lavendelfeld in Provence (Bild: Andyblind, Wikimedia, CC)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


1 Kommentar


  1. Im Süden Frankreichs, nahe der Rhonemündung, liegt Arles, eine der ältesten Städte Frankreichs. Die Stadt hat viele beeindruckende Relikte aus römischer Zeit zu bieten, die man an einem Tag gut zu Fuß besuchen kann. Das römische Amphitheater mitten in der Stadt, das unter Augustus erbaute Theater und der unterhalb des Rathauses befindliche Kryptoportikus sollte man auf alle Fälle besichtigen. Und für eine kleine Pause empfiehlt sich der Jardin d´Ete.
    Wer lieber außerhalb der Stadt auf Erkundungstour geht, hat viele interessante Anlaufpunkte. Sei es die imposante Ruine der Abtei von Montmajour etwas außerhalb des Stadtzentrums oder die Reste eines römischen Aquädukts sowie einer Wassermühle in Barbegal.
    Hierbei hilft zur besseren Navigation ein Smartphone oder Tablet wie es viele Urlauber gerne nutzen.
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    Ein zauberhaftes Erlebnis, gerade zur Dämmerung, ist ein Besuch der Moulin de Daudet.
Einen guten Teil seiner Zeit sollte man aber der einzigartigen Landschaft der Camargue widmen. Für einen ersten Einblick und alle notwendigen Informationen empfiehlt sich der Besuch des Musee de la Camargue. Und dann sucht man sich einfach einen der vielen Wanderpfade aus und erkundet die Natur – die berühmten Pferde und Flamingos inklusive.

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