Hannover – stille Perle im Norden

11.11.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Hannover – stille Perle im Norden
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Hannover gilt nicht als schöne und attraktive Stadt. Dann kam die Überraschung: Im Dezember 2013 landete es im Ranking der beliebtesten deutschen Städte, erstellt vom Meinungsforschungsinstitut GfK, auf Platz vier! Warum die Hauptstadt Niedersachsens so deutlich besser ist als ihr Ruf, kann hier nachgelesen werden.

Im Zweiten Weltkrieg war Hannover besonders schwer getroffen worden: Die Stadt lag in Schutt und Asche. Als eine Art Mahnmal gegen den Krieg gibt es vom zerstörten Hannover ein Modell im Foyer des Rathauses. Die Orientierung fällt da schwer, und so gab es für Hannover nur den Weg nach vorn.



Das Opernhaus gehört zu den bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Stadt Hannover. (Bild: Biggi  / pixelio.de)

Das Opernhaus gehört zu den bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Stadt Hannover. (Bild: Biggi / pixelio.de)

Rudolf Hillebrecht, ein Schüler des Bauhaus-Begründers Walter Gropius, leitete den Wiederaufbau. So findet man heute wieder architektonische Schönheiten: die Villa Stichweh, die ein authentischer Bau nach Walter Gropius ist. Augenfällig natürlich das Opernhaus, das Georg Ludwig Laves erbaute. Anders spektakulär ist das Hochhaus, in dem der „Anzeiger“ firmiert.

Das Neue Wilhelminische Rathaus aus später Kaiserzeit erzeugt mit seinem verschnörkelten Stil Aufmerksamkeit. Am Steintor gibt es ein Bauwerk des berühmten Frank Gehry. 2007 wurde das neue Verlagshaus Madsack von Alessandro und Francesco Mendini eingeweiht. Ebenfalls kurios, vor allem von oben betrachtet: Die Musikhochschule hat im Grundriss die Form eines Ohrs.





Das Neue Wilhelminische Rathaus in Hannover (Bild: Kora27, Wikimedia, CC)

Das Neue Wilhelminische Rathaus in Hannover (Bild: Kora27, Wikimedia, CC)




Moderne Verkehrsplanung – früher und heute

Beim Wiederaufbau Hannovers ergab sich die Chance, richtungsweisend den Verkehr zu planen. Jetzt ging es um Bewegung und Tempo. Schnellstrassen, eine hochgelegte Autobahn in der Stadt und Kreisverkehr in dicht besiedelten Wohngebieten: Was für manche Stadt erst heute Realität wird, begann in Hannover nach dem Krieg. Ein Museum für historische Schienenfahrzeuge zeigt ebenso die immerwährenden Alternativen zum Autoverkehr.

Fahrradtaxis am Hauptbahnhof von Hannover (Bild: AxelHH, Wikimedia, CC)

Fahrradtaxis am Hauptbahnhof von Hannover (Bild: AxelHH, Wikimedia, CC)

Jenseits von Idealisierung: Natürlich wurden auch hier Bausünden begangen. Als besonders augenfällig für flächendeckende Trostlosigkeit in Beton muss man den Raschplatz am Bahnhof und das Ihme-Zentrum ansehen. Doch moderne Städte zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch flexibel sind, lernen und umdenken können: Es wird auch wieder, wie man so harmlos sagt, rückgebaut. Aus Parkplätzen wird wieder Wohnraum, so am Klagesmarkt.

Dass gerade Hannover ein Quell gelungener und moderner Baukunst werden konnte, nahm seinen Anfang bei der hiesigen Expo 2000. Zeugnis ist die sogenannte Sandwich-Architektur, herausgebracht vom niederländischen Team MVRDV. Ebenso auffällig im städtebaulichen Alltag: künstlerisch gestaltete Bushaltestellen, so recht knallig vor dem „Anzeiger“-Hochhaus oder ganz anders, nämlich vornehm beim Aegidientorplatz.

Busstop Steintor vor dem "Anzeiger"-Hochhaus in Hannover (Bild: Axel Hindemith, Wikimedia)

Busstop Steintor vor dem „Anzeiger“-Hochhaus in Hannover (Bild: Axel Hindemith, Wikimedia)




Vergnügen jenseits von Gelehrigkeit

Wem das bisher zu gebildet war, der sollte als Gast in Hannover an den Maschsee fahren. Dort lässt es sich mitten in der Stadt wunderbar am Wasser flanieren, radeln oder ruhen. Auch eine Bootstour, umweltfreundlich mit Elektro- oder Solarantrieb, ist sehr empfehlenswert. Und ein schöner Platz mit Blick auf den See bei Kaffee und Eis lässt sich finden.

Sich bei schönem Wetter treiben zu lassen geht auch wunderbar in den Herrenhäuser Anlagen, die 1666 ihre ersten Anfänge nahmen. Gartenkunst aus vielen Epochen und Stilen sind über eine 140 Hektar grosse Fläche auf den Georgengarten, den Welfengarten, den Berggarten und den Grossen Garten verteilt.

Unbedingt besuchen sollte man den Zoo. Zoologische Gärten sind umstritten, aber wer sie mag, wird in Hannover eine neue Art der Gestaltung kennenlernen, die ihresgleichen sucht. Noch einmal zum Städteranking: Man sollte es nicht ganz so ernst nehmen damit. 2011 gab es beim Städteranking des Focus-Magazins für Hannover keine Platzierung unter den ersten 100 deutschen Städten!



 

Oberstes Bild: Blick auf Hannover (© Dieter Schütz  / pixelio.de)

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