Palácio Nacional da Pena – das portugiesische Neuschwanstein

17.06.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Palácio Nacional da Pena – das portugiesische Neuschwanstein
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Bei einem längeren Aufenthalt in Lissabon lohnt ein Abstecher in das nahe Städtchen Sintra. Über Jahrhunderte diente es als Rückzugsort portugiesischer Könige, von Angehörigen des Adels und vornehmer Bürger. Dieser Funktion verdankt der pittoreske Ort eine Reihe von Palästen, Villen und anderen Baudenkmälern, die Sintra und Umgebung 1995 die Aufnahme ins UNESCO-Weltkulturerbe einbrachten. Einer der markantesten Bauten ist der Palácio Nacional da Pena.

Der Palast ist ein Werk des deutschen Architekten Wilhelm Ludwig Eschwege, der im 19. Jahrhundert eine alte Klosterruine auf einem Gipfel der Serra de Sintra entsprechend umgestaltete. Auftraggeber war Ferdinand II., Prinzgemahl der portugiesischen Königin Maria II., der mit dem Schloss eine neue königliche Sommerresidenz schaffen wollte.



Ein buntes Fantasieschloss

Das Ergebnis war ein buntes Stilgemisch, das zu einem fantastisch wirkenden Gebäudeensemble mit Türmen, Zinnen und Erkern führte. Dabei kombinierte der Architekt recht unbekümmert unterschiedliche historisierende Baustile. So finden Besucher nebeneinander schöne Beispiele von Neogotik, Neorenaissance und Neomanuelinik. Die exponierte Lage und die Nachahmung der Vergangenheit haben dem Bau den Vergleich mit Schloss Neuschwanstein, der wenig später entstandenen Fantasie-Ritterburg Ludwigs II. von Bayern, eingebracht.

Üppige Innenausstattung

Im Vergleich dazu präsentiert sich der Palácio Nacional da Pena in Portugal in einem farbenfrohen äusseren Erscheinungsbild. Im Inneren setzt sich der Stilmix fort. Hier finden sich zahlreiche Anklänge an Barock und Rokoko – alles überladen und in überreichem Dekor. In etlichen Räumen ist noch die ursprüngliche Inneneinrichtung erhalten. Das Mobiliar gibt einen schönen Eindruck vom Leben der portugiesischen Königsfamilie und wirkt wie gerade erst verlassen.

Schöner Park



Wer dem zuckrigen Stilgemisch des Palastes entfliehen möchte, kann sich im weitläufigen Park, der die Anlage umgibt, ergehen. Ursprünglich als englischer Landschaftsgarten geplant, ist auch hier die Umsetzung fantasievoll ausgefallen. Jedenfalls eröffnen sich dem Besucher von einigen Punkten wie dem Königinnenblick schöne Aussichten auf das Schloss. Brunnen, künstliche Teiche und Wasserfälle gehören ebenfalls zum Parkensemble.

Einzigartig

Wie man auch zum künstlerischen Wert des Baudenkmals stehen mag: Eins ist sicher, der Palácio Nacional da Pena ist einzigartig und ein wunderbares Beispiel der Vergangenheitsverklärung im vorletzten Jahrhundert.



 

Oberstes Bild: Der Palácio Nacional da Pena in Sintra (© Guillaume70, Wikimedia, CC)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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