Salamanca – Besuch in Spaniens alter Universitätsstadt

27.08.2014 |  Von  |  Europa, Spanien
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Salamanca – Besuch in Spaniens alter Universitätsstadt
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Salamanca, Spaniens „goldene Stadt“, gilt als eine schönsten Renaissance-Städte Europas. Ihren Spitznamen verdankt Salamanca dem charakteristischen gelben Sandstein, aus dem viele der Paläste und Prachtbauten in der mittelalterlichen Altstadt gebaut wurden. Vor allem in den Abendstunden macht die Stadt ihrem Beinamen alle Ehre, wenn die prachtvollen Fassaden golden in der Sonne leuchten.

Salamanca liegt am Río Tormes rund 220 km von Madrid entfernt. Die Stadt ist berühmt für ihren Stadtplatz, die Plaza Mayor, die als einer der schönsten Plätze in ganz Spanien gilt und im Mittelalter als „grösster Platz der Christenheit“ bekannt war. Die Altstadt von Salamanca ist seit 1988 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.



Neben der spektakulären Architektur geniesst Salamanca aber auch den Ruf einer dynamischen, weltoffenen Studentenstadt mit langer Lehrtradition. Die Universität Salamanca, die älteste noch bestehende Universität Spaniens, hat einige der bedeutendsten Dichter und Schriftsteller des Landes hervorgebracht. Vor allem in den Sommermonaten sind Salamancas Strassen voll von Sprachschülern und Studenten aus aller Welt.

Blick auf die Altstadt von Salamanca (© Tamorlan / Wikimedia / CC)

Blick auf die Altstadt von Salamanca (© Tamorlan / Wikimedia / CC)

Von der Handelsstadt zum Bildungszentrum

Die Stadt Salamanca wurde bereits in vorrömischen Zeiten gegründet. Ein keltischer Stamm errichtete schon mehrere Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung eine Festung am Fluss Duero, der nordwestlich der heutigen Stadt Salamanca mit dem Río Tormes zusammenfliesst. Ab dem 2. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt unter römischer und westgotischer Herrschaft zu einem bedeutenden Handelszentrum, bis sie im 8. Jahrhundert von den Mauren erobert wurde.



Die Rückeroberung im 11. Jahrhundert hinterliess so verheerende Zerstörungen, dass Salamanca vorübergehend einer Geisterstadt glich. Dennoch lebte die Stadt innerhalb weniger Jahrzehnte wieder auf und gelangte im 16. Jahrhundert zu wirtschaftlicher und kultureller Blüte. Zu dieser Zeit war Salamanca bereits ein herausragendes Bildungszentrum, und an der städtischen Universität lehrten viele der bedeutendsten Intellektuellen dieser Zeit.

Plaza Mayor – der schönste Platz in Spanien

Fragt man die Bewohner Salamancas nach ihrer Meinung, ist ihr Stadtplatz – die Plaza Mayor – der mit Abstand schönste Platz in Spanien. Die prachtvollen Paläste mit ihren üppigen Fassaden und Säulengängen bieten vor allem in den Abendstunden einen atemberaubenden Anblick, wenn die Plaza Mayor aufwendig beleuchtet wird. Der Platz ist aber auch historisch von Bedeutung und zählte im Mittelalter zu den grössten bekannten Stadtplätzen überhaupt. Erst im Jahr 1724 begann man damit, die riesige Fläche aufzuteilen und den heutigen Platz mit neuen Gebäuden abzugrenzen.

Die Casas Consistoriales, historische Verwaltungsräume und Rathaus von Salamanca (© Jentges / Wikimedia / CC)

Die Casas Consistoriales, historische Verwaltungsräume und Rathaus von Salamanca (© Jentges / Wikimedia / CC)




Wichtigstes Gebäude an der Plaza Mayor sind die Casas Consistoriales, das städtische Rathaus mit den historischen Räumlichkeiten der Stadtverwaltung. Das Bauwerk des Architekten Andrés García de Quiñones wurde zwischen 1750 und 1756 errichtet, allerdings ohne die zwei seitlichen Haupttürme, die ursprünglich über der Fassade vorgesehen waren. Der Architekt wagte es nicht, dem Gebäude dieses zusätzliche Gewicht zuzufügen, sodass der Original-Entwurf heute nur von einem erhaltenen Holzmodell bekannt ist.

Die Plaza Mayor von Salamanca bildet den Mittelpunkt und das Herzstück der Stadt. Sie wird gesäumt von Terrassencafés, Restaurants und Souvenirläden. Ausserdem ist die Plaza Mayor mit einigen der wichtigsten Einkaufsmeilen der Altstadt verbunden, allen voran die Fussgängerzone Calle Toro.



Stadt mit zwei Kathedralen

Salamanca ist eine der wenigen Städte weltweit, in der zwei Kathedralen stehen. Zusätzlich zur alten Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert, einer romanisch-frühgotischen Basilika, wurde im Jahr 1533 mit dem Bau der grösseren neuen Kathedrale begonnen. Angeordnet wurde der Neubau aufgrund der wachsenden Bevölkerung und der wirtschaftlichen Bedeutung der Region Salamanca, die ein repräsentativeres Gotteshaus erforderlich machte.

Die neue Kathedrale ist doppelt so gross wie die alte und wurde erst nach mehr als 200 Jahren Bauzeit im Jahr 1733 fertiggestellt. Beide Gotteshäuser stehen Seite an Seite gegenüber vom Bischofspalast, in dem während des Spanischen Bürgerkriegs zwischenzeitlich Francos Hauptquartier untergebracht war.

Zu den Wahrzeichen Salamancas zählt auch die Casa de las Conchas, das „Muschelhaus“. Dieser Stadtpalast aus dem 15. Jahrhundert verdankt seinen Namen den mehr als 300 Sandstein-Muscheln, mit denen die Fassade geschmückt ist. Die Jakobsmuscheln sind ein Symbol der Pilgerreise nach Santiago de Compostela. In der Casa de las Conchas ist heute eine öffentliche Bibliothek untergebracht.

Neue Kathedrale von Salamanca (© PMRMaeyaert / Wikimedia / CC)

Neue Kathedrale von Salamanca (© PMRMaeyaert / Wikimedia / CC)

Zentrum der Bildung und Kultur

Seine Universität, die älteste noch bestehende in Spanien, hat Salamanca schon im Mittelalter berühmt gemacht. Die Universidad de Salamanca zählte schon früh zu den führenden Bildungseinrichtungen Europas und beheimatet heute einige der europaweit angesehensten Forschungsinstitute. Im Laufe der Jahrhunderte unterrichteten hier Persönlichkeiten wie Miguel de Unamuno. Zu den berühmtesten Schülern zählt Miguel de Cervantes, der spanische Nationaldichter und Erschaffer des Don Quijote. Auch Christoph Kolumbus musste an der Universität Salamanca einen Vortrag halten, um die Geologen der kastilischen Krone von seiner Indienreise zu überzeugen.

Bis heute prägt die Universität mit ihren rund 40.000 Studenten nicht nur das Stadtbild, sondern auch das kulturelle Leben von Salamanca. Sehenswert ist vor allem das Hauptportal der Universität, ein prachtvolles Werk der Frührenaissance, das mit zahlreichen Dekorationen und Skulpturen geschmückt ist. Ein Totenkopf mit Kröte soll die ausschweifende Lebensweise der Studenten symbolisieren und sie zur Mässigung aufrufen. Das Hauptgebäude steht ebenso wie weitere historische Universitätsgebäude am Patio de Escuelas, einem Universitätsplatz aus dem 17. Jahrhundert.

 



 

Oberstes Bild: Blick auf die Altstadt vom Stadtfluss Río Tormes (© Selbymay / Wikimedia / CC)

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