Sargans – im Mittelpunkt des Sarganserlandes

12.06.2016 |  Von  |  Schweiz
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Sargans – im Mittelpunkt des Sarganserlandes
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Vielen Urlaubern ist der Name des Städtchens Sargans nur von der Durchreise ein Begriff. Denn im Umfeld der Gemeinde in der Ostschweiz vereinen sich die A3 und die A13 in einem bekannten Autobahndreieck und bieten damit eine wichtige Verbindung, um von Nord nach Süd zu gelangen – oder umgekehrt.

Vielleicht wird noch das sich markant auf einer Anhöhe über der Stadt thronende Schloss wahrgenommen, für mehr bleibt dem eiligen Autofahrer meist keine Zeit. Dabei lohnt ein Aufenthalt in dem Ort direkt an der Grenze zum Fürstentum Liechtenstein durchaus.

Die Gans – ein falsches Wappenbild

Sargans ist der Mittelpunkt des Sarganserlandes. Es umfasst die ehemalige Grafschaft Sargans, die bis 1798 ein eigenständiges Territorium in der alten Eidgenossenschaft bildete. Erst im 19. Jahrhundert wurde das Gebiet dem Kanton Sankt Gallen zugeordnet. Die jahrhundertelange Eigenständigkeit hat geprägt.

Bis heute hat sich im Sarganserland ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit und eine eigene kulturelle Identität erhalten. Man ist stolz auf seine Geschichte. Das Wappen der Stadt zeigt eine selbstbewusst einherschreitende Gans auf schwarzem Grund – ein bereits im 15. Jahrhundert genutztes Motiv, aber nichtsdestotrotz eine Fehldeutung, obwohl der Name „Sargans“ das nahelegt. Tatsächlich verliert sich die Namensherkunft von Sargans im Dunkel des Mittelalters. Belegt ist für das Jahr 765 der Ortsname „senegaune“. Seine tatsächliche Bedeutung bleibt unklar.


Sargans ist der Mittelpunkt des Sarganserlandes. (Bild: Leonid Andronov – Shutterstock.com)

Sargans ist der Mittelpunkt des Sarganserlandes. (Bild: Leonid Andronov – Shutterstock.com)


Schloss Sargans wacht über Stadt und Land

Schloss Sargans – das Wahrzeichen des Städtchens – ist gleichsam der Kulminationspunkt der gemeinsamen Vergangenheit des Sarganserlandes. Wuchtig und wehrhaft wirkt der Bau, der sich dem Betrachter vor der eindrucksvollen Bergkulisse des Gonzens oberhalb der Altstadt präsentiert. Früher bildete er zusammen mit den Mauern von Sargans eine zusammenhängende Befestigungsanlage. Das Vorhandensein einer Burg an dieser Stelle wird erstmals bereits schon 1282 in einer Urkunde erwähnt.

Das heutige Bild des Schlosses ist aber während mehrerer Jahrhunderte entstanden. Verfall und Brände machten mehrmals grundlegenden Wiederaufbau und Sanierungen erforderlich. Der älteste Teil ist der stattliche und weithin sichtbare Bergfried. Zunächst diente das Schloss den Grafen von Werdenberg-Sargans als Stammsitz, später residierten hier die Landvögte der Landvogtei Sargans. Heute beherbergt das Schloss das Heimatmuseum des Sarganserlandes und ein Restaurant.


Schloss Sargans (Bild: Leonid Andronov – Shutterstock.com)

Schloss Sargans (Bild: Leonid Andronov – Shutterstock.com)


Das Eisenbergwerk Gonzen

Die zweite Hauptattraktion befindet sich am – oder besser gesagt – im Gonzen, dem „Hausberg“ von Sargans. Das eindrucksvolle Felsmassiv gehört mit seinen 1‘830 Höhenmetern sicher eher zu den bescheideneren Schweizer Gipfeln, bot aber mit seinem eisenhaltigen Gestein früheren Generationen einen wertvollen Schatz.

Bereits um 200 vor Christus ist Erzabbau am Gonzen nachgewiesen. Urkunden belegen die Existenz von Schmelzöfen im 14. Jahrhundert. Das Eisenbergwerk Gonzen kann daher auf eine lange Tradition zurückblicken. Noch in den 1940er Jahren wurden hier über 100‘000 Tonnen Eisenerz jährlich gefördert, 1966 musste allerdings der Betrieb wegen fehlender Wirtschaftlichkeit eingestellt werden. Heute ist das Eisenbergwerk Gonzen ein Schaubergwerk für Besucher, die bei Führungen durch einen Teil der insgesamt 90 Kilometer langen Stollen der Bergbau-Vergangenheit nachspüren wollen – zum Beispiel bei einer Bahnfahrt vom eigens angelegten Bahnhof im Bergwerk aus.


Das Eisenbergwerk Gonzen (Bild: Kecko, Wikimedia, CC)

Das Eisenbergwerk Gonzen (Bild: Kecko, Wikimedia, CC)


Auf ins Heidiland

Die Altstadt des 6‘000 Einwohner-Ortes ist schnell durchschritten, auch wenn manch schmucker Bau und idyllischer Winkel mehr als nur einen Blick lohnt. Sargans ist aber auch ein guter Ausgangspunkt für Touren in die landschaftlich äusserst reizvolle Umgebung des Sarganserlandes. Mehrere bekannte Wanderwege berühren die Stadt, zum Beispiel der Rheintal-Höhenweg, der Walsa-Wanderweg oder der Schlossweg. Sargans ist Teil der Ferienregion „Heidiland“.

Die nicht unumstrittene touristische Vermarktung der bekannten Kinderbuch-Figur von Johanna Spyri steht für die beliebten Feriengebiete rund um den Walersee, Flumserberg und die Weinbauregion Bündner Herrschaft, in der die Heidi-Erzählung verortet ist. Man muss aber kein Heidi-Fan sein, um die Gegend attraktiv zu finden. Die wunderschöne Landschaft bietet Anziehung genug – und von Sargans ist der Weg hierher kein Problem.


Die Umgebung des Sarganserlandes (Bild: Fotokon – Shutterstock.com)

Die Umgebung des Sarganserlandes (Bild: Fotokon – Shutterstock.com)


Fazit

Sargans ist ein liebenswertes Städtchen an der Ostschweizer Grenze zu Liechtenstein. Schloss Sargans und das Eisenbergwerk Gonzen sind einen Besuch wert, ebenso wie Ausflugs-Trips in das nahe „Heidiland“.



 

Artikelbild: © Boris Stroujko – Shutterstock.com

Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem großen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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