Abenteuer Olympiade 2014: Winterspiele im subtropischen Sotschi

16.12.2013 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Abenteuer Olympiade 2014: Winterspiele im subtropischen Sotschi
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In weniger als zwei Monaten starten die Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi. Die Sportler trainieren so intensiv, wie es nur geht. In Sotschi laufen die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren und die Stadt selbst rückt mehr und mehr ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit.

Am 4. Juli 2007 wurde in Guatemala-Stadt die historische Entscheidung getroffen, die Winterolympiade 2014 in Sotschi durchzuführen. Die Stadt bewarb sich insgesamt drei Mal als Veranstaltungsort der Spiele. Erst beim dritten Versuch wurden die Bemühungen Russlands von Erfolg gekrönt. Dieser Beschluss wurde nach Meinung vieler Experten am Höhepunkt der Popularität des russischen Präsidenten Wladimir Putin gefasst und in der nationalen Presse als internationaler Triumph des Landesoberhaupts gefeiert.







Landschaft um Sotschi (Bild: Olga Kruglova, Wikimedia, CC)

Landschaft um Sotschi (Bild: Olga Kruglova, Wikimedia, CC)




Denn die Küstenstadt und berühmter russischer Urlaubsort Sotschi liegt auf dem gleichen Breitengrad wie Nizza – im subtropischen Klimagürtel mit kurzen und milden Wintern. Die niedrigste jemals registrierte Temperatur liegt bei -13,4°C, und das im Jahre 1892. Das Gegenargument soll offensichtlich die Hauptrolle bei der Entscheidung des Olympischen Komitees gespielt haben: Die erste Bergkette des Kaukasus mit Höhen bis 1´000 Meter verläuft schon in der Nähe der Küstenlinie, das erste Skiresort wurde 2007 in Krasnaja Poljana bei Sotschi eröffnet. Doch noch vor sieben Jahren verfügte die Stadt kaum über eine olympische (und sonstige gute) Infrastruktur, und die Mehrheit der Objekte musste neu gebaut werden. So hat in Russland ein viel diskutiertes, kritisiertes oder einfach bespötteltes Olympia-Fieber angefangen, das gründlich und unwiderruflich das Gesicht des alten Sotschi geändert hat.

Panoramabild von Sotschi (Bild: Sergey Subbotin, RIA Novosti archive, image #308905 / Sergey Subbotin / CC-BY-SA 3.0, Wikimedia, CC)

Panoramabild von Sotschi (Bild: Sergey Subbotin, RIA Novosti archive, image #308905 / Sergey Subbotin / CC-BY-SA 3.0, Wikimedia, CC)

Sotschi liegt in der Region Krasnodar an der Küste des Schwarzen Meeres  im westlichen Kaukasus. Ganz in der Nähe verläuft die Grenze zu Georgien bzw. Abchasien.  Sotschi ist nicht nur ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und ein bedeutsames wirtschaftliches Zentrum im südlichen Russland, sondern auch der grösste und auch der beliebteste Urlaubsort des Landes. Inoffiziell nennt man die Stadt oft „die Urlaubshauptstadt Russlands“.

Eigentlich lautet der amtliche Name „Das munizipale Gebilde Stadt-Urlaubsort Sotschi“, denn zu Sotschi selbst werden auch die anliegenden Gemeinden dazugerechnet. Einfachheitshalber hat sich im Volksmund anstatt des langen offiziellen Namens die viel kürzere Bezeichnung „das grosse Sotschi“ verbreitet. In den zum grossen Sotschi gehörenden Ortschaften wie Adler oder Krasnaja Poljana werden die wichtigen Wettbewerbe der Olympischen Spiele stattfinden. Aber nicht nur der offizielle Name ist lang: Die zu Sotschi gehörende Küstenlinie beträgt 105 Kilometer, und wenn man mit dem Auto unterwegs ist, dann legt man von der nordwestlichen Stadtgrenze bis zur südöstlichen 140 Kilometer zurück. Somit ist Sotschi die längste Stadt nicht nur Russlands, sondern ganz Europas.

Sotschi und seine Umgebung haben eine sehr lange Geschichte vorzuweisen, deren Spuren bis in die prähistorische Zeit zurück zu verfolgen sind. Bis zum 15. Jahrhundert gehörte das ganze Gebiet dem Königtum Georgien und dann war es unter der Herrschaft des Osmanischen Reichs. Erst nach dem Russisch-Türkischen Krieg (1828-1829) wurde es an Russland abgetreten. Die Bezeichnung „Sotschi“ wird zum ersten Mal 1641 in einigen türkischen Urkunden erwähnt. Offiziell aber wurde Sotschi 1838 gegründet und hiess am Anfang Fort Alexandria.

Ferienheim „Svetlana“ in Sotschi, um 1910 (Bild: Wikimedia)

Ferienheim „Svetlana“ in Sotschi, um 1910 (Bild: Wikimedia)




Obwohl Sotschi erst 1917 zur Stadt erhoben wurde, war es schon Anfang des 20. Jahrhunderts nicht unbekannt. 1902 wurde hier das erste Heilbad und 1909 der erste Kurort namens „Kaukasische Riviera“ eröffnet.  Diese Ereignisse gaben den Startschuss zu der kontinuierlichen Entwicklung der Stadt zu dem beliebtesten Urlaubsort der Sowjetunion und des postsowjetischen Russlands.

In den Zeiten der UdSSR widmete man grosse Aufmerksamkeit dem Ausbau des neuen Urlaubparadieses für die breite Masse. Es wurden hier viele Ferienheime und Kuranstalten gebaut. Die auserwählten sowjetischen Bürger bekamen dann im Sommer All-Inclusive-Scheine für einen Kuraufenthalt in Sotschi. Sogar ein Institut der sogenannten „Kurortologie“ wurde hier gegründet.

Grand Hotel Polyana in Sotschi (Bild: Mikhail Mokrushin, RIA Novosti archive, image #819989 / Mikhail Mokrushin / CC-BY-SA 3.0, Wikimedia, CC)

Grand Hotel Polyana in Sotschi (Bild: Mikhail Mokrushin, RIA Novosti archive, image #819989 / Mikhail Mokrushin / CC-BY-SA 3.0, Wikimedia, CC)

Heutzutage gibt es in Sotschi mehr als 400 touristische Einrichtungen aller Art, davon besassen noch bis vor kurzem nur zwei Hotels fünf Sterne. Diese Situation muss nun drastisch geändert werden. Nach der Aussage des Gouverneurs der Region Krasnodar muss die Anzahl der Fünfsterne-Hotels schon bald 50 % betragen, die restlichen 50% werden Vier- und Dreisterne-Hotels sein. Damit wird die Ambition verfolgt, Sotschi in einen mondänen Urlaubsort für Russen und Ausländer mit überdurchschnittlichem Einkommen zu verwandeln.

Natürlich war die Olympiade ein mächtiger Katalysator in diese Bestrebungen. Für den Bau neuer Objekte und Verbesserungen der Infrastruktur wurden Unsummen seitens des Staates und von Privatinvestoren in die Stadt gepumpt. Man spricht über die teuerste Winterolympiade aller Zeiten.



 

Oberstes Bild: Strand in Sotschi (Mikhail Mordasov, RIA Novosti archive, image #499451 / Mikhail Mordasov / CC-BY-SA 3.0, Wikimedia, CC)

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Über Natalia Muler

Ich schreibe, seit ich schreiben kann, und reise, seit ich den Reisepass besitze. Momentan lebe ich im sonnigen Spanien und arbeite in der Modebranche, was auch oft mit Reisen verbunden ist, worüber ich dann gerne auf den Portalen von belmedia.ch berichte. Der christliche Glaube ist das Fundament meines Lebens; harmonisches Familienleben, Kindererziehung, gute Freundschaften und Naturverbundenheit sind meine grössten Prioritäten; Reisen und fremde Kulturen erleben meine Leidenschaft; Backen und Naturkosmetik meine Hobbys und immer 5 Minuten zu spät kommen meine Schwäche.




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