Die 10 interessantesten Lost Places der Welt

22.06.2020 |  Von  |  Allgemein, News

Verlassene und aufgegebene Orte üben einen ganz besonderen Reiz aus. Egal ob gruselig, romantisch oder geheimnisvoll, an den Lost Places wird die Vergangenheit lebendig.

Wir haben 10 sehenswerte und manchmal auch ein wenig schaurige Lost Places zusammengestellt.

 

1.  Beelitz Heilstätten, Brandenburg

Etwa 50 Kilometer von Berlin entfernt präsentiert sich die ehemalige Lungenklinik Beelitz-Heilstätten mit morbidem Charme. Wo einst Kranke gepflegt wurden, tummeln sich heute Filmemacher, Fotografen und Abenteuerlustige. Erbaut wurde die Tuberkulose-Klinik im Jahr 1898 als Heilanstalt für Erkrankte aus der Berliner Arbeiterschicht. Während der beiden Weltkriege wurde das 200 Hektar grosse Gelände als Sanatorium und Lazarett genutzt.  Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude der Roten Armee als sowjetisches Militärkrankenhaus. Nach Abzug der Armee im Jahr 1994 begann eine Sanierung, die jedoch ins Stocken geriet. Im Rahmen einer Führung erkunden Sie das weitläufige Gelände und entdecken historische Gebäude wie die alte Chirurgie, den Frauenpavillon oder die Wäscherei. Die Parkanlage rund um die Klinik ist tagsüber frei zugänglich.


Eingang zum einstigen Sanatorium in Beelitz. (Bild: Stefan Schierle – shutterstock)


2. Altgraun, Südtirol

Einen klassischer Lost Place wie ein altes Gebäude oder einen alten Saal hat Graun nicht zu bieten. Dennoch staunen Besucher des Reschensees in Südtirol nicht schlecht, wenn sie den vor der Kulisse des Langtauferer Tals aus dem Wasser ragenden Kirchturm entdecken. Im Jahr 1947 startete die faschistische italienische Regierung die Arbeiten zum Bau eines Stausees, die Bewohner wurden bei der Entscheidung einfach übergangen. Durch die Stauung der Etsch verloren schliesslich im Jahr 1950 nahezu 150 Familien ihre Heimat, die Entschädigung fiel sehr gering aus. Viele Einwohner wanderten aus, einige fanden am Rande des Tals eine neue Existenz. Inzwischen hat sich der Kirchturm im See zu einem wichtigen Touristenmagneten entwickelt.


Reschensee mit dem Altgrauner Glockenturm. (Bild: shutternelke – shutterstock)


3. Pyramiden, Spitzbergen

Eine verlassene Bergarbeitersiedlung auf der arktischen Insel Spitzbergen ist vermutlich der nördlichste Lost Place der Welt. Auch wenn die Insel geographisch zu Norwegen gehört, gestattete ein Vertrag im Jahr 1920 der Sowjetunion den Abbau von Bodenschätzen. So entstand nach dem Zweiten Weltkrieg die Siedlung Pyramiden, in der mehr als 1’000 Menschen lebten. Im Jahr 1997 endete die Kohleförderung und der Ort wurde aufgegeben. Seitdem kommen täglich zahlreiche Besucher in die Geisterstadt. Mit dem Schiff geht es vom Ort Longyearbyen in etwa drei Stunden nach Pyramiden zu einem Ausflug in die Zeiten des Kommunismus.


Verlassene Bergarbeiterstadt auf Spitzbergen. (Bild: Diana Holmstrom – shutterstock)


4. Houtouwan, Shengshan

Auf der chinesischen Insel Shengshan hat die Natur die Herrschaft über das ehemalige Fischerdorf Houtouwan übernommen. Östlich von Shanghai lebten auf der Insel bis in die 90er Jahre etwa 500 Fischerfamilien. Durch die schlechten Bedingungen zogen immer mehr Einwohner weg, nur wenige blieben ohne Wasser und Strom in ihrer Heimat. Fotografen entdeckten die idyllische Schönheit der Insel und so zog es immer mehr Tagestouristen auf die abgelegene Insel im Shengsi-Archipel. Inzwischen gibt es sogar eine Aussichtsplattform und ein Bed-and-Breakfast um weitere Besucher anzulocken.


Die Natur erobert sich ihr Gelände zurück. (Bild: Tada Images – shutterstock)


5. Craco, Italien

In den 60er Jahren wanderten grosse Teile der Bevölkerung Cracos infolge eines Erdrutschs aus dem Örtchen ab. Im Tal wurde die Ortschaft Craco Pescheria gegründet, in die es viele Einwohner zog. Im Jahr 1980 kam es in der Region zu einem Erdbeben, das auch die restlichen Einwohner zum Auszug zwang. Seitdem ist Craco eine faszinierende Geisterstadt und dient immer wieder als Kulisse für internationale Filmproduktionen. Teile der „Passion Christi“ wurden im Jahr 2004 in Craco gedreht. Den verlassenen Ort können Sie im Rahmen einer Führung erkunden, ein Besuch auf eigene Faust ist aus Sicherheitsgründen nicht gestattet.


Verlassene italienische Geisterstadt Craco. (Bild: ValerioMei – shutterstock)


6. Geamăna, Rumänien

Kaum ein anderer Lost Place zeigt den manchmal grausamen Einfluss des Menschen auf die Natur so wie das rumänische Örtchen Geamăna. In einem Tal aus Schlamm ist lediglich noch der Kirchturm des einstigen Dorfes im Apuseni-Gebirge zu sehen. Das Tal wurde in den 70er Jahren auf Anordnung des Staatschefs Ceauşescu mit den giftigen Rückständen einer Kupfermine geflutet. Nach und nach versanken alle Gebäude des Örtchens im Schlamm. Die rund 400 Familien flohen vor dem giftigen Schlammsee, der inzwischen mehr als 360 Hektar gross ist. Aus der Ferne schimmert der See in allerschönsten Farben, die jedoch nur aus den hochgiftigen Substanzen resultieren, die sich hier sammeln.


Kirchturm im giftigen Schlamm. (Bild: Calin Stan – shutterstock)


7. Bodie, Kalifornien

Auf der Strecke zwischen San Francisco und Las Vegas liegt östlich der Sierra Nevada die Geisterstadt Bodie. Um 1880 zog es zahlreiche Goldsucher in die Region und die Städte und Orte wuchsen stetig an. Nach dem anfänglichen Ruhm suchten die Abenteuerlustigen ihr Glück an anderen Orten und so nahm die Einwohnerzahl rapide ab. Zurück blieben knapp 160 verfallene Holzhäuser, die für Besucher erschlossen wurden. Mehr als 20’000 Besucher jährlich schlendern durch die alte Tankstelle, das Postamt oder die Wohnhäuser der Ghosttown und spüren die morbide Atmosphäre des Örtchens. Sehr sehenswert sind auch einige mit Rost überzogene Automobile aus den 20- und 30er Jahren.


Einstige Goldgräberstadt Bodie in Kalifornien. (Bild: Boris Edelmann – shutterstock)


8. Hashima, Japan

Auf der japanischen Insel Hashima wurde einst Kohle gefördert. Unter lebensgefährlichen Bedingungen lebten hier von 1887 bis 1974 zahlreiche Bergarbeiter. Im Jahr 1916 entstand hier das erste japanische Hochhaus aus Stahlbeton. Aufgrund der gefährlichen Tätigkeit sollte den japanischen Arbeitern in der Freizeit einiges geboten werden und so gab es einen Vergnügungspark, ein Kino sowie einige Bars. Die westlich der Halbinsel Nagasaki gelegene Insel wird häufig auch als Gunkanjima, japanisch für Kriegsschiff bezeichnet, da sie mit ihrer Silhouette an ein riesiges Schlachtschiff erinnert. Bis 2009 war die Insel Sperrgebiet, inzwischen gibt es Bootstouren nach Hashima. Wenn Ihnen die japanische Geisterstadt bekannt vorkommt, liegt das vielleicht an dem James-Bond-Film „Skyfall“. Der Bösewicht Raoul Silva des Streifens hat hier seinen Unterschlupf.


Verlassene japanische Insel Hashima. (Bild: Grassflowerhead – shutterstock)


9. Kolamskop, Namibia

Im Jahr 1908 begann in Namibia ein grosses Diamantenfieber, als in der Nähe der Stadt Lüderitz einige riesige Steine gefunden wurden. Auf der Suche nach dem grossen Gewinn zog es zahlreiche Menschen nach Kolmanskop, das ständig anwuchs. Doch bereits 1930 war der grosse Goldrausch schon wieder vorbei und Kolmanskop verfiel. Heute sind die verfallenen Häuser der Stadt eine Touristenattraktion. Wenn Sie einen Ausflug in die einstige Diamantenstadt planen, sollten Sie unbedingt einen Ausweis dabei haben. Kolmanskop liegt im Diamantensperrgebiet und Sie benötigen eine Erlaubnis, die mindestens fünf Tage vorher beantragt werden muss.


Verlassener Ort in der Wüste Namibias. (Bild: Lukas Bischoff Photograph – shutterstock)


10. Consonno, Italien

In der italienischen Lombardei wollte der italienische Graf Mario Bagno  im Jahr 1962 einen riesigen Vergnügungspark errichten. Er kaufte das gesamte Dorf und liess bis auf die Kirche alle Gebäude abreissen. Erbaut wurden zahlreiche neue Gebäude in unterschiedlichen Stilrichtungen, als Vorbild diente Las Vegas. Zunächst boomte der Ort und zahlreiche Reiche und Schöne trafen sich in Consonno. Ein grosses Hochwasser mit einem Erdrutsch machten die Pläne jedoch zunichte. Niemand konnte den Ort mehr erreichen und alles zerfiel. Im Jahr 2014 wurde der gesamte Ort für einen Kaufpreis von 12 Millionen Euro zum Kauf angeboten. Wer das italienische Las Vegas erworben hat, ist nicht bekannt.



 

Titelbild: Anton_Ivanov – shutterstock

Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen sowie Versicherungen zählen daher zu meinen Steckenpferden. Ich entdecke aber auch gern neue Themen abseits dieser „trockenen Materie“ und arbeite mich gern in neue Gebiete ein.


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