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Dresden – Barockmetropole an der Elbe

27.09.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Dresden – Barockmetropole an der Elbe
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Die sächsische Landeshauptstadt Dresden gehört zu den beliebtesten Städtezielen in Deutschland. Ihre einmaligen, nach vielfacher Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wiederauferstandenen Bauten machen ‚Elbflorenz‘, wie die Stadt auch häufig genannt wird, ebenso zu einem attraktiven Ziel wie das reiche kulturelle Angebot.

Ein Besuch in der Stadt an der Elbe erinnert an die grosse Zeit Sachsens, als seine Herrscher als Kurfürsten und Könige bedeutend waren und ihre Residenz zu einer grossartigen Metropole ausbauten. Von dem Glanz dieser Zeit profitiert die Stadt noch heute.

Wie Phönix aus der Asche

Dass sich Dresden wieder solcher Beliebtheit erfreut und sich als pulsierende, dynamische Stadt präsentiert, ist nicht selbstverständlich. Am Ende des Zweiten Weltkriegs, im Februar 1945, wurde das Zentrum der Stadt bei verheerenden alliierten Luftangriffen weitflächig zerstört. Die Zahl der Toten ist bis heute umstritten. Nach dem Krieg folgte unter sozialistischer Regie der Wiederaufbau, oft ohne Rücksicht auf historische Bausubstanz. Zwei Wahrzeichen der Stadt – die Frauenkirche und das Schloss – blieben Ruinen. Viele noch vorhandene alte Bauten verfielen im Zuge der wirtschaftlichen Agonie der DDR.

Dresden 1945: Blick vom Rathausturm auf die zerstörte Stadt. (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-Z0309-310 / CC-BY-SA, Wikimedia)

Dresden 1945: Blick vom Rathausturm auf die zerstörte Stadt. (Bild: Bundesarchiv, Bild 183-Z0309-310 / CC-BY-SA, Wikimedia)

Erst mit der deutschen Einheit erlebte Dresden seine Wiedergeburt. Als Hauptstadt des wieder neu errichteten Freistaats Sachsen erhielt Dresden seine Funktion als politisches Zentrum zurück. Es setzte eine Welle der Sanierung, Renovierung und auch Rekonstruktion ein, die der Stadt ihre historische Silhouette wiedergab. Der Wiederaufbau der Frauenkirche wurde international als Ereignis gefeiert und auch das Schloss konnte inzwischen weitgehend wiederhergestellt werden. Andere bedeutende Bauten wie die Semper-Oper oder der Zwinger waren bereits zu DDR-Zeiten wiederaufgebaut worden.



Prägend: August der Starke



Dresdens Ruf als Perle des Barock steht in engem Zusammenhang mit dem bekanntesten sächsischen Herrscher, August dem Starken. Kurfürst Friedrich I. August – so der offizielle Name –, der gleichzeitig auch König von Polen war, gab der Stadt im 17./18. Jahrhundert ihr barockes Gepräge. Ganz im Stile eines absolutistischen Monarchen wollte er seiner Bedeutung auch durch den Glanz seiner Hauptstadt Ausdruck verleihen. Dresden bescherte das eine der schönsten Innenstädte Europas, auch wenn spätere sächsische Herrscher politisch weniger glücklich agierten.

Die charakteristische Silhouette Dresdens ist am besten vom Elbufer gegenüber den Brühlschen Terrassen zu erleben. Hier sieht der Betrachter das Ensemble aus Kuppeln und Türmen, das viele Künstler in Gemälden verewigt haben – die Steinkuppel der Frauenkirche, die traditionsreiche Hochschule für Bildende Künste mit ihrer Glaskuppel, die sogenannte Sekundogenitur sowie die Gebäude des sächsischen Ständehauses, der katholischen Hofkirche und des Schlosses mit seinen Türmen.





Brühlsche Terrasse – traditionsreiche Hochschule für Bildende Künste mit ihrer Glaskuppel (Bild: Kay Körner, Wikimedia, CC)

Brühlsche Terrasse – traditionsreiche Hochschule für Bildende Künste mit ihrer Glaskuppel (Bild: Kay Körner, Wikimedia, CC)

Barocke Meisterwerke: Zwinger und Frauenkirche



Die Höhepunkte barocker Baukunst bilden zweifelsohne die Frauenkirche und der berühmte Zwinger. Die Frauenkirche wurde 2005 nach über zehnjährigem Wiederaufbau wieder eingeweiht. Ihre Konstruktion mit der Steinkuppel gilt bis heute als ein Meisterwerk, das auch moderne Architekten vor Herausforderungen stellte. Der Zwinger in der Nachbarschaft des Schlosses war einst eine Orangerie mit Gartenanlagen und barockem Festareal. Der einmalig schöne Gebäudekomplex beherbergt heute bedeutende Kunst- und Gemäldesammlungen.





Frauenkirche in Dresden – Innenansicht (Bild: Rainer Sturm  / pixelio.de)

Frauenkirche in Dresden – Innenansicht (Bild: Rainer Sturm / pixelio.de)

Im Unterschied zu diesen beiden Bauten ist das Schloss ursprünglich ein Werk der Renaissance. Seine Hauptattraktion ist das Grüne Gewölbe. In den Ausstellungsräumen werden über Jahrhunderte gesammelte Schätze sächsischer Herrscher gezeigt. Bernstein, Elfenbein, Silber und Gold, Diamanten und Juwelen – die Zahl der Kostbarkeiten ist kaum zu übersehen. Bekannte Stücke sind der ‚Mohr mit Smaragdstufe‘, der Mundbecher Martin Luthers oder eine Trinkschale Iwans des Schrecklichen. Die Sammelleidenschaft der Kurfürsten und Könige kannte keine Grenzen.

Neben der historischen Architektur hat Dresden auch interessante moderne Bauten zu bieten. Ein bemerkenswerter Bau ist zum Beispiel der UFA-Kristallpalast, ein Kinozentrum in der zentralen Prager Strasse, das sich mit seiner Glaskonstruktion deutlich von den umgebenden Plattenbauten abhebt. Nicht minder eindrucksvoll ist die Neue Synagoge, die als markanter fensterloser Bau an der Stelle des in der Nazi-Zeit zerstörten Vorgängerbaus entstand.

Blick über den Innenhof des Zwingers auf die Sempergalerie (Bild: Vladislav Bezrukov, Wikimedia, CC)

Blick über den Innenhof des Zwingers auf die Sempergalerie (Bild: Vladislav Bezrukov, Wikimedia, CC)

Darstellende Kunst: Semper-Oper und andere Orte

Zur Elbe hin trennt der Theaterplatz den Zwinger von dem Strom. Er bildet den Vorraum der bekannten Dresdner Semper-Oper. Sie ist ein weiteres städtisches Wahrzeichen. Die Semper-Oper wurde im 19. Jahrhundert mit einer besonders prachtvollen Innenausstattung errichtet. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg bildete ihr Wiederaufbau ein Prestige-Projekt der ehemaligen DDR. 1985 fand die Wiedereröffnung statt. Heute ist das Gebäude Sitz der Sächsischen Staatsoper.

Dresden ist überhaupt ein Zentrum der Kunst und Kultur. Neben der Oper gibt es zahlreiche Theater in der Stadt, auch das Kabarett hat hier Tradition. Die Sächsische Staatskapelle Dresden gilt als das älteste noch aktive Orchester der Welt. Der Dresdner Kreuzchor und der Dresdner Kammerchor haben internationalen Ruf und sind doch nur zwei Beispiele für die vielfältige Musiklandschaft der Stadt.

Mit dem Raddampfer auf der Elbe unterwegs

Im näheren und weiteren Umfeld des historischen Zentrums gibt es noch mehr lohnende Ziele: die Elbschlösser zum Beispiel und der Dresdner Elbhang mit seinen Weinbergen, Schloss Moritzburg oder das nahe Elbsandsteingebirge. Ein besonderes Erlebnis ist eine Fahrt mit einem der historischen Raddampfer der Sächsischen Dampfschifffahrtsgesellschaft. Sie sind eine gute Gelegenheit, die Schönheiten Dresdens und seiner Umgebung vom Wasser aus zu entdecken.

 

Oberstes Bild: Frauenkirche in Dresden (Ronny Kreutel, Wikimedia)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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