Dublins Top-Sehenswürdigkeit – das Trinity College

30.06.2015 |  Von  |  Alle Länder
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Dublins Top-Sehenswürdigkeit – das Trinity College
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Das Trinity College ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten der irischen Hauptstadt Dublin. Besonders die Alte Bibliothek mit dem Long Room und dem berühmten Book of Kells ist einen Besuch wert. Sehr schön sind auch der Glockenturm und verschiedene Statuen auf der herrlichen Grünanlage.

Das College wurde im Jahr 1592 von Königin Elisabeth I. gegründet und ist damit die älteste Universität Irlands. Damals wurde das College für protestantische Studenten in einem ehemaligen Augustinerkloser eingerichtet. Ab 1923 studierte Samuel Beckett an der renommierten Universität.

Das Trinity College bei einer Führung erkunden

Ursprünglich befand sich das College ausserhalb der Stadt. Nachdem Dublin jedoch stetig gewachsen ist, liegt das Gelände heute direkt in der City. Vom beliebten Temple-Bar-Viertel erreichst du das Trinity College nach einem etwa fünfminütigen Spaziergang. Wenn du mit dem Bus fährst, steigst du am besten am College Green aus. Statuen der Schriftsteller Edmund Burke und Oliver Goldsmith, beide Studenten des Trinity College, bewachen den Eingang, durch den du in einen herrlichen Innenhof gelangst.

Am Eingang kannst du einen Audio Guide ausleihen oder dich einer Führung anschliessen. Dabei führen Studenten des College die Besucher herum und geben viele wissenswerte Informationen. Wer sich für die Geschichte interessiert, sollte unbedingt eine Führung buchen. In deren Preis ist der Besuch des Book of Kells und der Bibliothek enthalten.


Das Trinity College ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten der irischen Hauptstadt Dublin. (Bild: © Ml2odY - shutterstock.com)

Das Trinity College ist eine der Top-Sehenswürdigkeiten der irischen Hauptstadt Dublin. (Bild: © Ml2odY – shutterstock.com)


Grösste Attraktion des ehrwürdigen Gebäudes ist die Alte Bibliothek, die bereits im Jahr 1732 errichtet wurde. Hier gibt es mehr als 200’000 alte Bücher und Schriften. Der nahezu 65 Meter lange Long Room ist vollständig mit Bücherregalen ausgestattet, wunderschöne Werke stapeln sich in der zwölf Meter hohen Halle – ein wahrhaft atemberaubender Anblick. In der ersten Etage der Bibliothek darfst du Fotos machen, den Blitz musst du allerdings aus Rücksicht auf die alten Schriften ausschalten. Zu beiden Seiten des Säulengangs siehst du zahlreiche Büsten.

Das schönste Buch der Welt – das Book of Kells

Während deines Rundgangs durch die wunderbare Old Library stösst du irgendwann auf eine Schlange. In einem Glaskasten im Ostpavillon der Bibliothek, der sogenannten Schatzkammer, ist das berühmte Book of Kells ausgestellt. Jeden Tag wird eine neue Seite aufgeschlagen. Wer alle Seiten des wunderschönen Buchs sehen will, muss entweder täglich wiederkommen oder sich im Shop einen entsprechenden Bildband besorgen. Einige Faksimile-Seiten sind zudem im Museum der Bibliothek zu sehen. Insgesamt hat das Buch 680 Seiten.

Das Book of Kells zählt zum Weltdokumentenerbe. Es enthält die vier Evangelien sowie herrliche Abbildungen von den vier Evangelisten, Jesus und Maria. Das Schriftbild besticht mit intensiven Farben und wunderschönen Verzierungen. Zudem ist das Buch mit vielfältigen keltischen Mustern versehen.


Das schönste Buch der Welt – das Book of Kells (Bild: © wiki.org)

Das schönste Buch der Welt – das Book of Kells (Bild: © wiki.org)


Die Geschichte des Buchs geht zurück bis ins 5. Jahrhundert. Damals hatten die Kelten noch ihren eigenen Glauben, der mit dem Eintreffen von Missionaren auf der Grünen Insel erstmals mit dem Christentum konfrontiert wurde. Auch wenn das Buch kirchlichen Inhalts ist, gibt es zahlreiche Merkmale keltischer Kunst, so dass die keltischen Bräuche in beeindruckender Weise mit dem christlichen Glauben verbunden wurden.

Man geht davon aus, dass das Buch im Jahr 800 im Kloster von Iona in Schottland gefertigt wurde. Ob es dort fertiggestellt oder später woanders beendet wurde, weiss man nicht. Da es immer wieder zu Wikingerangriffen kam, schafften Mönche das Buch auf der Flucht nach Irland. Danach folgte eine wechselvolle Geschichte, das Buch wurde zwischendurch gestohlen und büsste seinen goldenen Einband ein. Im 17. Jahrhundert gelangte das Trinity College in seinen Besitz.

Bis auf zwei enthält jede Seite des Buches farbige und reich verzierte Abbildungen, die mit den damaligen Mitteln mühevoll gestaltet wurden. Die blaue Farbe soll mithilfe des Steins Lapislazuli hergestellt worden sein. Auch die anderen Farben wurden mit verschiedenen Mineralien und Pflanzen gefertigt. Die Seiten sind aus sehr feinem Kalbsleder hergestellt. Das weiche Material nimmt Tinte hervorragend auf. Alle Anfangsbuchstaben sind besonders verziert und auch im Text sind immer wieder einzelne Buchstaben kunstvoll hervorgehoben.


Die Alte Bibliothek mit dem Long Room und dem berühmten Book of Kells (Bild: © VanderWolf Images - fotolia.com)

Die Alte Bibliothek mit dem Long Room und dem berühmten Book of Kells (Bild: © VanderWolf Images – fotolia.com)


Eigentlich ist es wirklich schade, dass nur eine Doppelseite zu sehen ist, denn an den wunderbaren Buchstaben kann man sich einfach nicht sattsehen. Einige Bilder sind so klein und detailgetreu gefertigt, dass Sie nur mit einer Lupe zu sehen sind – für die damalige Zeit mit ihren Mitteln ist das Buch also tatsächlich ein Meisterwerk.

Speisesaal, Prüfungssaal und Glockenturm

Mit der ältesten Harfe Irlands wartet das Trinity College noch mit einer weiteren Sehenswürdigkeit auf. Das Instrument stammt aus dem 15. Jahrhundert und besteht aus Eichen- und Weidenholz, das mit Saiten aus Messing bespannt wurde.



Der Long Room und das Book of Kells sind sicher die Highlights im Trinity College. Dennoch lohnt sich ein Rundgang über das herrliche Gelände. Sehr schön ist der Kampanile, der 30 Meter hohe  Glockenturm, der im Jahr 1853 vom Architekten Sir Charles Lanyon errichtet wurde. Im Speisesaal der Universität kommt tatsächlich ein wenig Harry-Potter-Feeling auf; er ist zwar nicht so riesig, aber dennoch spürst du hier das Flair vergangener Zeiten. Sehenswert ist die im Jahr 1791 eröffnete Prüfungshalle, die von Sir William Chambers entworfen wurde. Hier hat vermutlich schon so mancher Prüfling ordentlich geschwitzt.

Die Öffnungszeiten

Das Trinity College ist von Montag bis Samstag zwischen 9.30 und 17 Uhr geöffnet. An Sonntagen je nach Jahreszeit zwischen 12 und 16.30 Uhr oder 9 und 16.30 Uhr. Ein Erwachsener zahlt 10 Euro, wer sich für ein Online-Fast-Track-Ticket entscheidet, zahlt 13 Euro, muss dafür aber nicht in der Schlange anstehen (Stand 06/2015). An einigen Tagen kann es hier sehr überlaufen sein und du musst mit nennenswerten Wartezeiten rechnen.

Nach einem Rundgang empfiehlt sich ein Besuch des Universitäts-Pubs The Buttery. Unterhalb des Speisesaals befindet sich dieser urige Pub in einem alten Gewölbe. Bei einem Guinness kannst du gleich deine nächsten Ausflüge in der wunderschönen irischen Hauptstadt planen.

 

Oberstes Bild: © David Soanes – shutterstock.com

Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden – seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen zählen noch immer zu meinen Steckenpferden. Angetrieben durch die Lust, Neues zu entdecken, arbeite ich mich gern in unbekannte Themengebiete ein und lasse mich schnell begeistern.


Mit meiner Familie erkunde ich in den Ferien fremde Metropolen oder lasse bei einem Badeurlaub einfach die Seele baumeln. Seit ich klein bin, sind Bücher meine große Leidenschaft, wenn es meine Zeit erlaubt, bin ich immer mit einem guten Buch anzutreffen. Mich fasziniert alles, was mit Kreativität zu tun hat: Von Acrylbildern, über Glasmalerei bis hin zu Loombands habe ich schon vieles ausprobiert.



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