Périgord und Dordogne – im Land des Trüffels

29.07.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Périgord und Dordogne – im Land des Trüffels
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Das Périgord im Südwesten Frankreichs ist eine der schönsten und interessanten Kulturlandschaften unseres Nachbarlands. Sie bildet eine der historischen französischen Provinzen und ist heute zu grossen Teilen deckungsgleich mit dem Département Dordogne – benannt nach dem Fluss, der die Region durchströmt.

Für Urlaub ist das Périgord eine geradezu ideale Gegend, denn es hat für praktisch jede Profession etwas zu bieten – Kultur und Natur, Kunst und Genuss, Aktivurlaub und Erholung, alles lässt sich hier problemlos miteinander verbinden.

Eine waldreiche Region

Landschaftlich wartet das Périgord mit einer grossen Vielfalt auf. Es gibt das waldreiche und hügelige Grüne Périgord im Norden, das Weisse Périgord in der Mitte – so genannt wegen seiner hellen Kalkplateaus -, das Schwarze Périgord – wegen der charakteristischen dunklen Eichen- und Pinienwälder – im Südosten und das purpurne Périgord im Südwesten, eine typische Weinbauregion. Wald ist für fast das gesamte Département kennzeichnend, die Gegend gilt als eines der waldreichsten Gebiete Frankreichs. Dementsprechend gibt es hier einen grossen Wildbestand, der auch die regionale Küche prägt.

Ein Schatz – der Schwarze Trüffel

Die Waldböden sind ein hervorragendes Terrain für Pilze. Hier gedeihen viele Arten, berühmt ist das Périgord aber für seine Schwarzen Trüffel, die zu den teuersten und edelsten Pilzen überhaupt gehören. Sie finden in der heimischen Gastronomie fast überall Verwendung – beim einfachen Omelett, in Pasteten, Sossen oder über Fleischgerichte geraspelt. Billig ist das Vergnügen angesichts der weltweiten Nachfrage allerdings auch im Périgord nicht.





Der Schwarze Trüffel (Bild: Véronique PAGNIER, Wikimedia, GNU)

Der Schwarze Trüffel (Bild: Véronique PAGNIER, Wikimedia, GNU)

Steinzeitliche Höhlenkunst



Das Département kann mit auf die längste nachgewiesene Besiedlung durch den modernen Menschen in Europa zurückblicken. Die ältesten Siedlungsspuren reichen in die Zeit um 30.000 v. Chr. zurück. Eindrucksvolle Zeugnisse davon finden sich im Tal der Vézère, einem malerischen Seitenfluss der Dordogne. Weltbekannt sind die Höhlen von Lascaux und Cro-Magnon. In Lascaux entstanden einmalige steinzeitliche Höhlenmalereien, in Cro-Magnon wurden die Überreste des so benannten Cro-Magnon-Menschen gefunden. Sie sind eines der ersten Nachweise des modernen Menschen in Europa, der schliesslich den Neandertaler verdrängte. Das Tal bietet noch etliche weitere Höhlen mit steinzeitlichen Funden.

Steinzeitliche Höhlenkunst in der Höhle von Lascaux (Bild: Prof saxx, Wikimedia, CC)

Steinzeitliche Höhlenkunst in der Höhle von Lascaux (Bild: Prof saxx, Wikimedia, CC)




Das Zentrum – Périgueux



Das Périgord ist ein Land der alten Städte und Dörfer, Burgen und Schlösser. Die grösste Stadt der Region ist Périgueux, die über eines der schönsten mittelalterlichen Zentren Frankreichs mit vielen Treppen, engen Gassen und Strassen verfügt. Dominant wirkt die Kathedrale der Stadt mit ihren markanten Kuppeln. Auch einige römische Reste wie der Vesunna-Turm sind noch erhalten.

Historische Stadtzentren



Mindestens ebenso sehenswert ist Sarlat-la-Canéda, das Besuchern noch immer den Eindruck einer typischen Stadt aus der Zeit vor der Französischen Revolution vermittelt. Die um die Basilika im romanisch-gotischen Stil gruppierte Altstadt weist Bauten vom Mittelalter bis zum Barock auf. Besonders schön präsentiert sich der Marktplatz der kleinen Stadt, der vom barocken Rathaus und dem vornehmen Palais gesäumt wird. Ein weiteres beliebtes Ziel ist Brantôme wegen seines mittelalterlichen Stadtkerns und seiner ehrwürdigen Benediktinerabtei.

Pilgern nach Rocamadour

Nicht versäumen sollte man den alten Wallfahrtsort Rocamadour östlich von Sarlat-la-Canéda. Er liegt zwar schon nicht mehr im Périgord, sondern im benachbarten Quercy, der Abstecher lohnt sich aber. Im Mittelalter war Rocamadour eines der bedeutendsten Pilgerziele Europas. Der Ort ist durch seine Lage auf drei Ebenen geprägt. Auf der untersten Ebene drängt sich das Dorf an die Wände der Alzou-Schlucht, auf der mittleren Ebene befindet sich das Heiligtum der Schwarzen Muttergottes mit mehreren Kapellen und oben thront eine Burg – ein einmaliges Bauensemble. Rocamadour ist in ganz Frankreich im Übrigen auch wegen seines Käses bekannt.

Wallfahrtsort Rocamadour (Bild: Christophe.Finot, WIkimedia, CC)

Wallfahrtsort Rocamadour (Bild: Christophe.Finot, WIkimedia, CC)

Bastiden und andere Dörfer

Das Périgord bietet Besuchern eine Reihe interessanter historischer Dörfer. Dazu gehören zum Beispiel die sogenannten Bastiden. Dabei handelt es sich um planmässig angelegte und befestigte Orte, die oft an strategisch günstigen Positionen errichtet wurden. Ihr Kennzeichen ist das Schachbrettmuster und ein rechteckiger Marktplatz im Zentrum. Schöne Bastiden-Beispiele in der Dordogne sind Monpazier und das wunderbar auf einem Felsen gelegene Domme. Daneben gibt es andere schöne historische Dörfer wie La Roque-Gageac mit Schloss La Malartrie oder Beynac-et-Cazenac mit seiner eindrucksvollen Burg auf einem Felsplateau.

Schloss Beynac-et-Cazenac (Bild: Luc Viatour, Wikimedia, GNU)

Schloss Beynac-et-Cazenac (Bild: Luc Viatour, Wikimedia, GNU)

Wandern – auf dem Jakobsweg

Mit seinen Hügeln, Tälern und Flüssen ist das Périgord eine ideale Landschaft zum Wandern. Es gibt ein ausgebautes Wanderwegenetz, das gut beschildert und zum Teil auch nach Schwierigkeitsgraden gekennzeichnet ist. Dank der überschaubaren Höhenunterschiede muss aber niemand nicht zu bewältigende Herausforderungen befürchten. Es gibt auch immer genügend Möglichkeiten zum Rasten und Ruhen. Einer der traditionellen Jakobswege, die sogenannte Vézelay-Route, führt mitten durch das Périgord und schneidet Périgueux.

Vielfalt – Aktivurlaub im Périgord

Auch für Radtouren und Radreisen ist das Périgord hervorragend geeignet. Es gibt sogar spezielle Radreisen im Angebot. Darüber hinaus bieten die Dordogne und ihre Nebenflüsse vielfältige Möglichkeiten für Wassersport. Kajaks, Kanus und Boote können an vielen Orten entlang der Flüsse gemietet werden. Manchmal sind auch Rafting-Touren im Angebot: Es gibt viele Wege und Möglichkeiten, die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten des Périgord zu entdecken.

 

Oberstes Bild: Fluss Dordogne in Perigord (© Luc Viatour, Wikimedia, GNU)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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