Alpine Gefühle im Umfeld von Madrid – die Sierra de Guadarrama

04.05.2015 |  Von  |  Europa, Spanien
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Alpine Gefühle im Umfeld von Madrid – die Sierra de Guadarrama
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Wenn von Hochgebirge in Spanien die Rede ist, denkt man fast automatisch an die Pyrenäen oder andere Bergregionen des grünen Nordens. Aber auch im Herzen des Landes, in der Nähe der Hauptstadt Madrid, gibt es alpine Gegenden.

Die Sierra de Guadarrama ist ein bei uns wenig bekannter spanischer Nationalpark, der auf dem Gebiet der Provinz Madrid und von Kastilien-León liegt. Die Haupstädter nutzen die Region gerne – sowohl für Ausflüge und Wanderungen im Sommer als auch für Wintersport.

Ein arabischer Name für einen kleinen Fluss

Im Umfeld von Madrid würde man eigentlich eher die typische La-Mancha-Landschaft vermuten – weite trocken-heisse Ebenen und baumlose, grasbewachsene Hügel mit Windmühlen, gegen die Don Quijote, der berühmte Romanheld von Cervantes, kämpft. La Mancha breitet sich in der Tat südöstlich von Madrid aus. Nach Nordwesten hin wird die Landschaft aber immer gebirgiger, feuchter und grüner. Hier – etwa 60 Kilometer von der Hauptstadt entfernt – liegt der Nationalpark Guadarrama.

Das Gebiet ist nach dem Rio Guadarrama benannt, einem kleinen Fluss, der in den Bergen entspringt und bei Toledo in den Tajo mündet. Die Bezeichnung „Guadarrama“ ist eine spanische Umformung des arabischen „Wādī ar-raml“, was so viel wie „Fluss mit Sandflächen“ bedeutet. Der Name Guadarrama und ebenso das arabische Original wirken zweifelsohne poetischer. Die arabische Namensgebung weist dabei auf die maurische Zeit Spaniens vor der Reconquista hin.


Laguna de los Pájaros, im Hintergrund – der Risco de los Claveles. (Bild: Miguel303xm, Wikimedia, CC)

Laguna de los Pájaros, im Hintergrund – der Risco de los Claveles. (Bild: Miguel303xm, Wikimedia, CC)


Bergkulisse für das spanische Versailles

Mit einer Fläche von rund 340 Quadratkilometern ist die Sierra de Guadarrama der fünftgrösste Nationalpark des Landes – und gleichzeitig einer der jüngsten. Obwohl es schon sehr lange Bemühungen gab, die schöne Gegend unter Naturschutz zu stellen, erfolgte die Errichtung des Nationalparks erst im Jahr 2013. Grössere Siedlungen sucht man in der Sierra de Guadarrama selbst vergebens. Die Gemeinden verteilen sich an den Rändern des Parks und sind fast alle dörflichen oder kleinstädtischen Ursprungs. Allerdings hat die Nähe zur Hauptstadt einige von ihnen in den letzten Jahren stark wachsen lassen. Die Wohngegend ist attraktiv und bietet hohe Lebensqualität.

Wenn Sie die Sierra de Guadarrama besuchen, sollten Sie unbedingt einen Abstecher nach San Ildefonso machen. Der Ort liegt am Nordhang des Gebirges und diente früher den spanischen Königen als Sommerresidenz. Der Palacio Real La Granja de San Ildefonso ist so etwas wie das spanische Versailles. Die Schlossanlage wurde im 18. Jahrhundert ganz nach französischem Vorbild in prächtigem Barockstil errichtet. Der Palast wurde später immer wieder erweitert, so dass sich dem Besucher heute eine imposante Anlage präsentiert. Zu der Sommerresidenz gehört auch ein wunderschöner weitläufiger Park, der einer der grössten Spaniens ist. Bei der Gestaltung orientierte man sich ebenfalls an Versailles. Der Park umfasst unter anderem einen Barockgarten und – dank des Wasserreichtums der Sierra de Guadarrama – zahlreiche Wasserspiele.


Der Palacio Real La Granja de San Ildefonso (Bild: Ignacio Revuelta, Wikimedia, GNU)

Der Palacio Real La Granja de San Ildefonso (Bild: Ignacio Revuelta, Wikimedia, GNU)


Rund um den Peñalara

Die Berglandschaft des Nationalparks erhebt sich auf einer Grundhöhe von rund 1000 Metern. Dadurch wirken die Gipfel oft niedriger, als sie in Wirklichkeit sind. Tatsächlich gibt es in der Sierra de Guadarrama etliche Spitzen mit deutlich mehr als 2000 Metern. Die Höhenlagen sind also durchaus alpin, und bis weit ins Jahr hinein werden viele Berge von einer weissen Schneehaube bedeckt.

Der höchste Gipfel der Region ist der Peñalara mit einer Höhe von 2430 Metern. Er bildet praktisch den Mittelpunkt des Nationalparks. Das Gebiet um den Peñalara gehört zum gleichnamigen Naturpark, der noch einmal einen besonders hervorgehobenen Bezirk innerhalb des Nationalparks darstellt. Die Umgebung des Berges wurde durch heute nicht mehr existierende Gletscher geprägt. Daher gibt es hier mehrere Trogtäler, Moränen und einige kleine Seen, die dem ganzen Gipfelumfeld ein besonders malerisches Antlitz verleihen.



Die Berge der Sierra de Guadarrama besitzen keine spektakulären und schroffen Felsformationen. Typisch sind eher abgerundete Formen mit lang gezogenen Bergrücken. Das Gestein besteht vorwiegend aus Granit. Die Berggipfel liegen jenseits der Baumgrenze und bieten dem Betrachter oft nackten Fels. Dort, wo genug Erde vorhanden ist, erstrecken sich in den Höhenlagen typische alpine Hochgebirgsweiden, die auch für die Viehhaltung genutzt werden. In niedrigeren Lagen zeigt sich der Nationalpark – für spanische Verhältnisse aussergewöhnlich – waldreich. Hier sind Spaniens eindrucksvollste Kiefernwälder zu finden. Daneben gibt es Bestände an Eichen, Pinien und vielen anderen Baumarten. Je tiefer die Lagen sind, umso mehr enthält die Vegetation auch typische mediterrane Gewächse.

Die Wälder bieten zahlreichen Tieren Schutz und Heimat. Dazu gehört natürlich viel Wild, auch etliche Waldvögel leben hier. Einige Schlangenarten und Reptilien sind ebenfalls zu finden. Der Artenreichtum der Region ist überraschend. Fast die Hälfte der in Spanien vorkommenden Tierarten ist hier vertreten.


In der Sierra de Guadarrama sind die eindrucksvollsten Kiefernwälder Spaniens zu finden. (Bild: ClémentGodbarge. Wikimedia, GNU)

In der Sierra de Guadarrama sind die eindrucksvollsten Kiefernwälder Spaniens zu finden. (Bild: ClémentGodbarge. Wikimedia, GNU)


Wanderrouten und Wintersport

Aufgrund der geringen Entfernung zur Hauptstadt ist der Nationalpark touristisch sehr gut erschlossen. Ein ausgebautes Wanderwegenetz wurde angelegt. Die meisten Wanderrouten sind markiert und bieten Wanderern Rast- und Grillplätze zum Ausruhen. Sowohl einfache Spaziergänge als auch anspruchsvolle Wanderungen lassen sich realisieren. Für Mountain-Biking, Reiten und Klettertouren werden ebenfalls Möglichkeiten geboten. Ein gefragtes Klettergebiet sind die Felsen von La Pedriza. Der Monte Abantos ganz im Süden der Sierra de Guadarrama ist dagegen ein beliebter Startplatz für Gleitschirmflieger.

Im Nationalpark existieren auch drei Skistationen – Puerto de Navacerrada, Valdesqui und das Centro de esquí nórdico Navafría. Alle drei verfügen über ein umfangreiches Wintersport-Angebot. Das Spektrum reicht von Ski-Langlauf und Ski-Abfahrten über Schneeschuhwandern und Schlittenfahren bis zum Snowboarden. Als am schneesichersten gilt dabei die kleine Skistation Valdesqui im Nordwesten.


Skistation Valdesqui, Sierra de Guadarrama (Bild: Max Alexander / PromoMadrid, Wikimedia, CC)

Skistation Valdesqui, Sierra de Guadarrama (Bild: Max Alexander / PromoMadrid, Wikimedia, CC)


Ein Trip in den Nationalpark Sierra de Guadarrama ist ein angenehmer Kontrast und eine willkommene Abwechslung, wenn Sie eine Städtereise nach Madrid unternehmen. Er bietet gleichzeitig Gelegenheit, ein beliebtes Ausflugsziel der Hauptstädter in einer zu jeder Jahreszeit reizvollen Umgebung kennenzulernen.

 

Oberstes Bild: © Miguel303xm, Wikimedia, CC

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem großen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.


Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.



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