Natalia Muler

Die Spielzeughauptstadt Sergijew Possad: Wir alle stammen aus der Kindheit

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Die Entstehung der Stadt Sergijew Possad ist im Wesentlichen dem Dreifaltigkeitskloster zu verdanken. Relativ kurz nach der Gründung des Klosters sind um die Klosteranlage zahlreiche Siedlungen entstanden; das rege religiöse Leben diente als Katalysator für das mittelalterliche Unternehmertum. Die Siedlungen rund um die Klosteranlage wuchsen so schnell, dass sie 1782 durch den Zarenerlass von Ekaterina II. der Grossen zur Stadt mit eigenem Stadtwappen erklärt wurden. Die Stadt erhielt den Namen Sergijew Possad: „Sergijew“  wurde vom Namen des Heiligen Sergius abgeleitet, und „Possad“ bedeutete im Altrussischen so viel wie „Handels-“ oder „Handwerkssiedlung“.  Das Dreifaltigkeitskloster entwickelte sich sehr schnell zu einem der bedeutsamsten Wallfahrtsorte in Russland. Tausende und Abertausende Pilger kamen jährlich, um sich vor den heiligen Gebeinen von Sergius zu verbeugen und anzubeten, und von den ehrwürdigen Klostervätern gesegnet zu werden. Natürlich brauchten all diese Erleuchtung Suchenden einen Schlafplatz und drei Malzeiten am Tag. So war Sergijew Possad seit dem Mittelalter eine richtig touristische Stadt mit vielen Gasthäusern und Speiselokalen.

Weiterlesen

Dreifaltigkeits-Sergius-Lawra in Sergijew Possad: Der Vatikan des russisch-orthodoxen Glaubens

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Während mehrerer Jahrhunderte war die Lawra der Dreifaltigkeit und des Heiligen Sergius eines der reichsten und mächtigsten Klöster in ganz Russland – Grundfeste des russisch-orthodoxen Glaubens, Zufluchtsort für die russische königliche Familie, Zentrum des Wissens und der Künste und nicht zuletzt ein äusserst erfolgreiches Wirtschaftsunternehmen, das die Religion mit immer grösser werdendem Reichtum und Einflusskraft verband. Dank der Lawra wuchsen die einstmalig kleinen und unbedeutenden Dörfchen um die erste Holzkirche des Hochwürdigen Sergius zu einer bedeutenden Stadt der nordöstlichen Rus mit blühendem Handwerk und Handel. Kurz nach Sergius’ Tod wurde das Land um das Kloster wieder mal von Tataren überfallen. Die komplett aus Holz erbaute Dreieinigkeits-Kirche wurde niedergebrannt. Es flossen aber so viele Spenden ein, dass sowohl die Kirche als auch andere Gebäude schon nach wenigen Jahren in neuer Pracht aufgebaut werden konnten. 1422 wurde Sergius heiliggesprochen, was das Kloster zu einer bedeutenden Pilgerstätte machte. Über der Gruft des Heiligen Sergius wurde der Grundstein der Dreifaltigkeitskathedrale aus dem für die Epoche typischen weissen Stein gelegt. Im Inneren der Kathedrale haben Künstler wie Andrei Rubljow und Daniil Tschjornyj – Meister der Ikonenmalerei - geschaffen.

Weiterlesen

Sergijew Possad: Sergius von Radonesch – der graue Kardinal der alten Rus

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Wenn man den Goldenen Ring entlang fährt, wird die erste Stadt, in der man unweigerlich halten wird, Sergijew Possad sein. Im Vergleich zu dem gigantisch grossen Moskau ist Sergijew Possad nicht mehr als ein kleiner Flecken. Und doch ist seine Rolle in der politischen und religiösen Geschichte Russlands so bedeutend gewesen, dass die Stadt jährlich Abertausende von Touristen lockt.   Die Geschichte von Sergijew Possad ist zutiefst und untrennbar mit der Lawra der Dreifaltigkeit und des Heiligen Sergius – einem der wichtigsten Männerklöster in Moskauer Gebiet und ganz Russland –verbunden und beginnt, als die zwei Brüder und Mönche Sergius und Bartholomäus 1340 auf dem Hügel Makovez ihre Einsiedlerhütte, oder in diesem Fall Zweisiedlerhütte, bauten. Doch war die Einsamkeit weder für den einen noch für den anderen der vorherbestimmte Glaubensweg: Bartholomäus wurde es des Waldlebens zu viel, und er kehrte in das nahe liegende Moskau zurück. Sergius blieb auf dem einsamen Hügel, umspült vom malerischen Flüsschen Kontschura, allein und baute dort eine Holzkirche. Schon bald zogen zu ihm weitere Mönche, die nach Waldeinsamkeit suchten. Doch, anstatt Abgeschiedenheit zu finden, sahen sie sich plötzlich im Zentrum der aufregendsten politischen Wirbelstürme, die um Moskau kreisten.

Weiterlesen

Der Goldene Ring Russlands, Teil 2: Auf der Reise durch die mittelalterliche Rus

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Der Goldene Ring ist in erster Linie die Gesamtheit der ältesten Städte der nordöstlichen Rus. Diese Orte waren in der Regel die Hauptstädte der Teilfürstentümer und standen miteinander nicht selten auf Kriegsfuss. Die Städte des Goldenen Rings sind zwischen dem 10. und dem 17. Jahrhundert entstanden und zum Teil älter als Moskau selbst. Mehr noch: Sie waren Zentren des Handels, weltlicher und vor allem religiöser Macht, als es die heutige russische Hauptstadt noch gar nicht gab. In der Gegenwart sind sie grössere oder kleinere, aber trotzdem Provinzstädte, die im Schatten des niemals schlafenden Multimillionen-Moskaus wie Relikte aus einer anderen Zeit zu sein scheinen. Aber in früheren Zeiten waren sie Schauplätze bedeutendster Ereignisse in der russischen Geschichte. Als Ausdruck von Macht und Reichtum wurden hier zahlreiche Klöster und Kirchen gebaut, die bis heute die wichtigsten Sehenswürdigkeiten entlang des Goldenen Rings sind.

Weiterlesen

Der Goldene Ring Russlands, Teil 1: Eine Rundreise durch die russische Geschichte

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Der Goldene Ring Russlands ist, wie der Name selbst sagt, ein echtes touristisches Juwel. Zu ihm gehören mehrere altrussische Städte im Nordosten von Moskau wie Wladimir, Susdal, Pereslav-Salesski, Rostow Weliki, Kostroma, Iwanowo, Sergiev Possad und Jaroslawl. Diese Liste ist keiner geschichtlichen Tradition entnommen oder nach irgendwelchen wissenschaftlichen Kriterien zusammengestellt, sondern eine rein menschliche Erfindung. Die Geschichte, wie die Marschroute durch die Städte des alten Russlands entstand, ist ziemlich kurios, denn sie zeigt wieder mal die sympathischen und absurden Seiten des kommunistischen Russlands. In den fernen 60er Jahren des letzten Jahrhunderts sprang der russische Journalist, Kunstgelehrte und Mann der Öffentlichkeit in Sachen Erhaltung des russischen Kulturerbes Jurij Bytschkow eines Tages in sein Auto und unternahm eine Reise durch acht Städte im Nordosten von Moskau. Als Haltepunkte seiner Tour suchte er die Orte aus, in denen sich aus seiner Sicht die meisten Sehenswürdigkeiten in puncto geschichtliche und kulturelle Wichtigkeit befanden. Sein Reiseplan sah dann folgendermassen aus: Moskau – Sergiev Possad (damals Sagorsk) – Pereslav-Salesski – Rostow – Jaroslawl – Kostroma – Iwanowo – Susdal – Wladimir – Moskau.

Weiterlesen

Die Teestrasse Maliandao,Teil 3: Die hohe Kunst der chinesischen Teezeremonie

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Wenn man auf der Maliandao zum Tee Einkaufen eintrifft, ist der erste Eindruck immer, dass man als absoluter Laie den Boden der hohen Teekunst betritt. Man schämt sich gleich wegen aller schon benutzten billigen Papierteebeutelchen aus dem Supermarkt, die das heisse Wasser freundlicherweise färben und nach künstlichen Aromastoffen riechen, aber doch kein Getränk mit Substanz herzaubern.   Den richtigen Tee auszusuchen, den Aufguss traditionsgemäss zuzubereiten und schliesslich das Getränk zu geniessen ist eine Kunst, die nach einem gewissen Zustand des Körpers und der Seele verlangt und die nach bestimmten vorgeschriebenen Schritten erfolgen soll. Keine Eile, kein Stress, es geht ums Geniessen.

Weiterlesen

Die Teestrasse Maliandao, Teil 2: Pu-Erh Tee – Allheilmittel und Schlankmacher aus der Teestube

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Der chinesische Tee ist für seine hervorragende Qualität und traditionsreiche Herstellungsgeschichte bekannt. Man kann den Tee in China natürlich überall kaufen. Es ist jedoch ein besonderer Genuss, sich auf die ziemlich zentral liegende Strasse in der chinesischen Hauptstadt zu begeben, die als die Teestrasse Maliandao bekannt ist. Die Maliandao ist der bedeutendste Umschlagplatz für Tee und Teeprodukte in Peking. Unter den Käufern trifft man gleichermassen auf Grosshändler wie auf Privatkunden. Natürlich sind die meisten Teesorten auch in anderen Bezirken der Stadt im Handel erhältlich, jedoch ist die Auswahl der Teesorten auf der Maliandao einfach überwältigend. Die Teeliebhaber, die sich nicht gerade auf einer kurzen und stressigen Dienstreise in Peking aufhalten und Zeit und Musse dazu haben, sollten unbedingt einen Abstecher dorthin unternehmen.

Weiterlesen

Die Teestrasse Maliandao, Teil 1: die Kunst, Chinas Lieblingsgetränk einzukaufen

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Übersetzt aus dem Chinesischen bedeutet Maliandao „Die Pferdestrasse“. Der Grund dafür liegt vielleicht darin, dass grosse und kleine, mit Waren vollbeladene Pferdekarren Jahrhunderte lang durch diese Strasse zogen. Heutzutage ist Maliandao eine der beliebtesten Shopping-Attraktionen in der chinesischen Hauptstadt. Hier finden Einheimische und Touristen tausende Teegeschäfte - von kleinen Teeläden bis zu Tee-Supermärkten, die den Kunden hunderte Teesorten und alle nur erdenklichen Utensilien für die Teezeremonie anbieten. Maliandao befindet sich im Südwesten Pekings und erstreckt sich fast anderthalb Kilometer von Norden nach Süden. In der Tee-Strasse selbst und auch in den engen Nebensträsschen sind die grossen Markthallen, die zum Teil 24 Stunden offen sind, und die kleinen traditionellen Teeläden zu finden. Letztere sind natürlich wegen ihrer Authentizität ein viel interessanterer Einkaufsort. Manche Verkäufer sprechen etwas Englisch, aber auch ohne Sprachkenntnisse kommt man nur mit Gesten, Mimik und einer guten Portion Freundlichkeit sehr gut zurecht.

Weiterlesen

Gemeinde Waldburg in Oberschwaben, Teil 2: Zu jeder Jahreszeit wunderschön

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Reist man durch Waldburg zufällig mal durch, würde einem wahrscheinlich gleich in den Sinn kommen: “Über allen Gipfeln ist Ruh…“ Doch wer sich entscheidet, in Waldburg seinen Urlaub zu verbringen, wird erstaunt sein, wie viel die kleine Gemeinde - ein staatlich anerkannter Erholungsort - touristisch gesehen anbietet.    Was verbindet die Fans der mittelalterlichen Geschichte, die Landesvermessungskundigen und die begeisterten Nachthimmelbeobachter? In Oberschwaben lautet die Antwort auf diese Frage ganz eindeutig – die Gemeinde Waldburg.

Weiterlesen

Gemeinde Waldburg in Oberschwaben, Teil 1: Die Waldburg - immer ganz oben

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Die oberschwäbische Gemeinde Waldburg befindet sich in der idyllisch schönen Gegend am Bodensee und ist eine dieser Ortschaften, die das besondere, naturnahe und zauberhafte Flair der Bodenseeregion schaffen und die Einheimischen stolz denken lässt: „Wir wohnen da, wo andere Urlaub machen“.  Aber während viele andere kleine Orte ein harmonisches Gesamtpanorama bilden, kann Waldburg egal ob tagsüber oder bei Nacht nicht unbemerkt bleiben. Der Grund, warum es der kleinen Ortschaft an Besuchern nicht mangelt, ist augenfällig.  Auf einer Höhe von 772 m herrscht über der umliegenden Landschaft eines der Wahrzeichen Oberschwabens – die Walburg. Die Geschichte der Burg geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Sie ist die Stammburg des Truchsessen- und Reichsfürstengeschlechts Waldburg und gilt heutzutage als eins der besterhaltenen mittelalterlichen Denkmäler im Süden Deutschlands.

Weiterlesen

Das schöne Sardinien, Teil 3: Agriturismo in Sardinien – in der Ruhe liegt die Kraft

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Viele Touristen, die gerade mal Rom, Venedig, Florenz gesehen haben, meinen, sie würden Italien kennen. Zum Glück ist das nicht wahr. Das gehetzte Trappeln durch die Sehenswürdigkeiten, begleitet vom hastigen Knipsen mit der Kamera, all das ist ungenügend, um das wahre Gesicht Italiens und insbesondere Sardiniens wirklich kennen zu lernen. Am besten sollte man dafür wenigstens für eine Zeit Handy, E-Mail, Skype, Fernsehen, Radio und ähnliche Errungenschaften der Zivilisation zur Seite legen und ganz davon vergessen. Sardinien erkundet man nicht mit Hilfe eines Reiseführers oder eines festgelegten Urlaubsplans. Hier brauchen Sie Ihre fünf Sinne, die durch den stressig-schlauchenden Alltag allmählich abgestumpft zu sein scheinen. Fern von dieser Hektik beunruhigt die Ruhe fast. Erstmals braucht man Zeit, um zu merken: Sardinien riecht, schmeckt, schillert in zauberhaft wechselnden Farben, klingt in tausenden Tönen und Naturgeräuschen, fühlt sich samtig oder rau an. Hauptsache, man meidet die ausgetretenen Wege.

Weiterlesen

Das schöne Sardinien, Teil 2: Da wo die vier Winde wohnen

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Der Urlaub auf einer Insel ist immer etwas ganz besonderes. Man weiss plötzlich, die Welt ist begrenzt. Du kannst deine Reisen nicht unendlich weit führen, mit tausenden bunten Eindrücken überfüllt sein, und am Schluss merken, dass man nur das mitbekommen hatte, was unübersehbar auf der Oberfläche lag. Nein, auf einer Insel zu sein ist wie die Ehe: Sobald der erste Reiz vorbei ist, langweilt man sich entweder schnell und hält Ausschau nach naheliegenden Inseln oder sogar nach Fluchtgelegenheiten, oder man wendet sich der Insel ganz und gar zu und wird durch tägliche Entdeckungsfreuden belohnt, bis man sich am Schluss mehr verliebt fühlt als am Anfang.

Weiterlesen

Das schöne Sardinien, Teil 1: Auf der Suche nach dem verlorenen Atlantis

Oberstes Bild: Die Küste von Sardinien (Bild: Roberto Ferrari, Wikimedia, CC)

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Die Sardinier sind fest und unerschütterlich davon überzeugt, dass ihre Insel der schönste Ort nicht nur in Italien sondern auf der ganzen Welt ist. Wenn man vor der Reise darüber nur lächelt: Einmal auf der schönen Insel angekommen, fängt man an zu verstehen, worauf dieser Glaube der Inselbewohner beruht. Obwohl die sardische Küche echte Gaumenfreuden aus Fisch anbietet, hat der Name der Insel zur Enttäuschung aller Fischfreunde nichts mit den Sardinen zu tun. Die Ägypter tauften die Insel als „Schadana“ und die alten Griechen „Sandalyon“, wovon die Bezeichnung für unser beliebtes sommerliches Schuhwerk „die Sandalen“ abgeleitet wird. Das hängt wieder Mal überhaupt nicht damit zusammen, dass die Sardinier den ganzen Tag mit Sandalen beschuht auf ihren malerischen Bergen und Wiesen fröhlich herumlaufen. Nein, Sardinien heisst so, weil seine Konturen an einen Fussabdruck erinnern. Wenn man aber die ziemlich viereckige Insel auf der Landkarte anschaut, kommen nur zwei Vermutungen in den Sinn: Entweder handelt es sich um einen Plattfuss oder die antike Kartographie konnte nicht so exakt gewesen sein und hat die Masse dann fussgerecht abgerundet.

Weiterlesen

Das Van Gogh Museum in Amsterdam: Ein Denkmal dem verkannten Genie

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Amsterdam hat touristisch gesehen ein schier unübersehbares Kulturangebot. Wenn man sich alles anschauen wollte, müsste man entweder die Reise verlängern oder dürfte nicht schlafen. Für alle aber, die sich für Kunst, besonders für die Malerei des 19. Jahrhunderts interessieren, wird ein Punkt auf jeden Fall ganz oben auf der Liste stehen: Das Van Gogh Museum. Das Van Gogh Museum in Amsterdam befindet sich im Stadtbezirk Amsterdam-Zuid. Der Museumskomplex besteht aus zwei Gebäuden. Im Hauptgebäude ist die ständige Sammlung untergebracht, während im 1999 entstandenen Ergänzungsbau die temporären Ausstellungen Platz finden.  Eine unterirdische Passage verbindet beide Ausstellungsorte.

Weiterlesen

Die Olivenölmühle EL Tendre, Teil 2: Seit sechs Generationen an der Ölpresse

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Wir machen mit unserer Führung weiter. Unerwartet werde ich Zeugin des Arbeitsalltags. Ein englisches Paar ist gekommen und hat seine eigene Olivenernte mitgebracht. Ein paar Handvoll Oliven werden gleich zermalmt. Der dunkle noch nach Feld riechende Brei wird in eine spezielle Maschine geschoben, wo er nach seinem Fettgehalt untersucht wird. Die verarbeiteten Oliven stammen aus dem eigenen Anbau oder von in der Nähe liegenden bäuerlichen Betrieben. Aber auch Privatpersonen, die auf ihren Grundstücken Olivenbäume haben, können die eigene Ernte zur Mühle bringen und mit dem daraus gewonnenen Olivenöl nach Hause fahren. Das ist gar nicht so unwichtig, denn viele Nordeuropäer, die an der spanischen Costa Blanca ein Haus kaufen wollen, müssen plötzlich der Tatsache ins Gesicht sehen, dass die Häuser nach der jüngsten Regelung nur mit einem zehn Hektar grossen Grundstück verkauft werden. Es gibt auch kleinere Grundstücke, diese stammen aber aus den Zeiten, als es noch keine klaren Gesetze diesbezüglich gab, und wurden später in der vorhandenen Fläche als legal anerkannt. Aber auf jeden Fall sind Häuser mit zwei bis fünf Hektar umliegenden Landes gang und gäbe.

Weiterlesen

Die Olivenölmühle El Tendre, Teil 1: Spaniens flüssiges Gold

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Es gibt Lebensmittel, die trotz ihrer Einfachheit oder gerade deswegen absolut essenziell sind. Brot, Käse, Wein, Öl und Ähnliches sind genau so alltäglich wie außergewöhnlich wichtig. Sie sind wie Säulen, auf denen dann die nationalen Küchen ihre Gerichte basieren; die Grundfarben, auf denen die Starköche ihre bunten Kreationen entstehen lassen. Sollte eines Tages die Haute Cuisine mit ihren Delikatessen oder die Experimentalküche mit ihrem sphärischen Melonenkaviar verschwinden, würden ein paar Feinschmecker schon auf nüchternem Magen bitterlich weinen, jedoch wird die Welt eindeutig nicht untergehen. Wenn man aber den Menschen gutes Brot oder im Fall Südeuropas das Olivenöl wegnehmen würde, wäre die Naturkatastrophe vorprogrammiert. Absolut zufällig entdecke ich bei mir um die Ecke einen touristischen Super-Geheimtipp. Das ist wieder mal so typisch spanisch – wenn man es nicht kennt, würde man es von alleine nie finden. Und so stecken die Touristenhorden brav in den Urlaubsreservaten und bekommen vom echten Spanien recht wenig zu sehen. Für diejenigen aber, die in Spanien nicht nur Strand und Hotel kennenlernen wollen, und besonders für diejenigen, die mediterrane Küche schätzen, – hier ein exzellenter Tipp, der sowohl die Wissbegierde als auch den Hunger stillen wird – die Olivenölmühle El Tendre in Elche.

Weiterlesen

Die Insel Rhodos, Teil 8: Ein letzter Blick auf die grüne Insel

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Unser Rückflug hat etwas Verspätung. Wir nehmen es ruhig und gelassen. Nach einer Woche jenseits des alltäglichen Stresses und ständigen Zeitdrucks und mehr noch – in Griechenland, wo die Diktatur der Uhr bei weitem nicht absolut ist, - wird man schon wesentlich entspannter. Letzten Endes bedeuten zwei Stunden Verspätung nicht nur unnötige Wartezeit, sondern auch gemütlich einen Kaffee trinken, das geschäftige flughafentypische Hin und Her beobachten, eng an einander sitzend die Fotos an der Kamera anschauen und die Erlebnisse der letzten Woche Revue passieren lassen.      Alles auf der Insel war unvergesslich – die grüne Üppigkeit der Natur, das warme kristallklare Meer, die malerischen Sehenswürdigkeiten, die alten Ruinen vor allem, und die freundlichen Inselbewohner, natürlich. Doch in unserer Eindrücke-Kollektion gab es noch ein Highlight, das besonders nachhaltig war, weil wir damit vielleicht gar nicht gerechnet und nichts oder wenig davon gewusst haben. Es geht um den italienischen Einfluss auf die Architektur und Infrastruktur von Rhodos.

Weiterlesen

Die Insel Rhodos, Teil 7: Die Thermen von Kallithea – ein Tag wie im Kino

[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Die Thermalanlage von Kallithea befindet sich etwas südlicher von Rhodos-Stadt an der Ostküste zwischen dem betriebsamen Ort Kallithea und der Freizeit-Hochburg Faliraki. Fern vom touristischen Getümmel hat man den Eindruck, dass die Zeit hier langsamer verläuft. Die Therme liegt ganz am Rande einer geschlossenen Bucht, versunken im exotischen Palmengrün, umgeben vom strahlend blauen Wasser so weit das Auge reicht. Man hat den Eindruck, einen Ort der kompromisslosen Ruhe gefunden zu haben. Dagegen kann man sich gar nicht wehren: Nach einem fünfminütigen Spaziergang durch die Anlage spürt man plötzlich, über allen Gipfeln der Seele ist Ruh. Und der angewöhnte touristische ich-muss-mir-möglichst-viel-möglichst-schnell-anschauen-Galopp verwandelt sich in ein Lustwandeln.

Weiterlesen