Grasse – die Hauptstadt der Düfte

Patrick Süskinds Roman „Das Parfüm“ machte die südfranzösische Stadt Grasse berühmt. Das Örtchen liegt eingebettet in die Südausläufer der Alpen etwa 20 Kilometer nördlich von Cannes und der Côte d’Azur.

Grasse wurde im Jahr 1040 erstmals erwähnt und avancierte aufgrund seiner Lage rasch zur Handelsstadt. Besonders der Handel mit Leder florierte.

Im Laufe der Zeit stieg Grasse bereits im 16. Jahrhundert zur Hauptstadt der Düfte auf. Damals stellte man Handschuhe aus gegerbtem Leder her, die jedoch sehr unangenehm dufteten. In Grasse waren bis dahin hauptsächlich Gerber ansässig, die zunächst selbst versuchten, die Handschuhe zu parfümieren. Die Idee kam sehr gut an und so entstand bald ein zweiter Gewerbezweig. Rund um die Stadt gab es zahlreiche Blütenfelder, die die Parfümeure zur Herstellung der kostbaren Düfte verwendeten. König Ludwig XIV., der Sonnenkönig, trug entscheidend zum Aufschwung der Parfümeure bei, denn er ging extrem verschwenderisch mit den Düften um.

Noch heute öffnen bekannte Parfümfabriken wie Fragonard, Galimard oder Molinard ihre Tore und bieten kostenlose Führungen an. Dabei lernen die Besucher vor allem die historischen Produktionsstätten kennen. Ein Parfümmuseum präsentiert auf mehr als 3500 Quadratmetern Wissenswertes rund um die kostbaren Düfte. Besonders interessant sind Parfüm-Workshops, bei denen die Teilnehmer ihre eigenen Düfte kreieren.


Parfumerie Fragonard in Grasse (Bild: Markus Bernet, Wikimedia, CC)


Bei einem Bummel durch die mittelalterlichen Gassen offenbart sich das einmalige Flair der Provence. In den Sommermonaten bietet sich vom Platz Cours Honoré Cresp aus eine Rundfahrt durch das sympathische Örtchen an. Die Bahn passiert die sehenswerte Kathedrale von Grasse und bietet Gelegenheit, wunderbare Fotos zu schiessen.

Rund um Grasse gibt es einige Blumenfelder, auf denen Lavendel, Rosen, Jasmin, Mimosen oder Veilchen angebaut werden. Leider werden die meisten Rohstoffe inzwischen importiert, so dass die Zahl der Blumenplantagen in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat. Dennoch bieten sich einige Möglichkeiten, eine Führung durch die herrlich blühenden Felder zu unternehmen: Die Blumenfelder von Manon liegen in der Nähe von Grasse. Die Familie baut hier bereits in der dritten Generation verschiedene Blumen an. Unter anderem verwendet das Haus Christian Dior Blüten der Familie Manon. Auch das Internationale Parfümmuseum verfügt über eigene Gärten. Auf rund zwei Hektar spazieren Besucher durch lieblich duftende Blumenfelder. Besonders in den Abendstunden entfaltet sich der Duft am intensivsten.



In der Nähe von Grasse liegen die Bergdörfer Cabris und Gourdon, die einen fantastischen Blick über Grasse mit seinen Blumenfeldern bis hin zum Mittelmeer bieten. Die kleinen Örtchen sind sehr sehenswert und lassen die Vergangenheit mit alten Stadtmauern und mittelalterlichen Gebäuden lebendig werden. Wer typisch provenzalisch speisen möchte, ist hier garantiert richtig!

 

Oberstes Bild: Grasse gilt als Hauptstadt der Düfte. (© Veniamin Kraskov / Shutterstock.com)[vc_text_separator title=“Wo liegt dieses Reiseziel?“ title_align=“separator_align_center“ color=“grey“][vc_gmaps link=“https://maps.google.de/maps?q=Grasse,+Frankreich&hl=de&ie=UTF8&sll=51.358062,10.415039&sspn=10.613057,19.753418&oq=Grasse&hnear=Grasse,+D%C3%A9partement+Alpes-Maritimes,+Provence-Alpes-C%C3%B4te+d%27Azur,+Frankreich&t=m&z=13″ size=“350″]

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Mehr zu Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen sowie Versicherungen zählen daher zu meinen Steckenpferden. Ich entdecke aber auch gern neue Themen abseits dieser „trockenen Materie“ und arbeite mich gern in neue Gebiete ein.

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