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Haydn und Puszta – unterwegs im Burgenland

22.07.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Haydn und Puszta – unterwegs im Burgenland
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Wie ein schmales Band erstreckt sich das Burgenland im Osten Österreichs entlang der Grenze zum Nachbarland Ungarn. Wer sonst das eher alpine Erscheinungsbild des Landes vor Augen hat, wird überrascht sein, hier weite Ebenen und sanfte Hügellandschaften vorzufinden.

Das Burgenland unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von den übrigen Regionen unseres östlichen Nachbarn. Es ist eine Entdeckungsreise wert. Während sonst viele Gebiete Österreichs touristisch hervorragend erschlossen sind, haben die grossen Touristenströme um das Burgenland bisher einen Bogen gemacht. Erst langsam beginnt sich das zu ändern.



Ehemaliges Deutsch-Westungarn

Historisch gesehen gehörte die Region lange zu Ungarn. Erst nach dem Zerfall der Donaumonarchie kam Deutsch-Westungarn, wie das Gebiet damals genannt wurde, zur neuen Republik Österreich. 1921 wurden die angegliederten Teile Westungarns zum neuen Bundesland Burgenland zusammengefasst. Der Name rührt dabei nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, von zahlreichen Burgbauten in der Region her. Er erinnert vielmehr an die Bildung aus den ehemals ungarischen Komitaten Wieselburg, Ödenburg und Eisenburg.

Landschaft im nördlichen Burgenland (Bild: Lukas Kaffer, Wikimedia, CC)

Landschaft im nördlichen Burgenland (Bild: Lukas Kaffer, Wikimedia, CC)

Hügelland und weite Ebenen

Mit einer Fläche von knapp viertausend Quadratkilometern umfasst das Burgenland etwa ein Zehntel der Fläche der Schweiz. Es ist mit weniger als 300.000 Einwohnern das bevölkerungsmässig kleinste Bundesland Österreichs. Geografisch gliedert sich das Burgenland in die Region um den Neusiedler See – das Nordburgenland –, das Mittelburgenland und das Südburgenland. Grosse Teile des Nordburgenlandes gehören schon zur pannonischen Tiefebene und sind flach. Im Mittelburgenland ist die Landschaft dagegen hügelig. Das Günser Gebirge trennt dieses Gebiet vom eher sanftwelligen Südburgenland.

Das Wiener Meer

Das touristische Zentrum des Burgenlandes ist zweifelsohne der Neusiedler See. Er gilt als Europas westlichster Steppensee. Etwa zwei Drittel der Seefläche gehören zu Österreich, der südliche Teil liegt bereits in Ungarn. Der Neusiedler See ist ein flaches Gewässer; mehr als eineinhalb Meter erreicht der Wasserstand in der Regel nicht. Die Wasserfläche variiert je nach Niederschlägen stark und liegt im Schnitt bei 285 Quadratkilometern. Er ist damit Österreichs grösster See. Da er traditionell viele Besucher aus dem nahen Wien anzieht, wird der See gerne auch als ‚Wiener Meer‘ bezeichnet.



Sommer- und Winterfreuden

Um den Neusiedler See herum liegt ein Kranz an Badeorten. Neusiedl am See ist der Hauptort des Gebiets. Praktisch jeder Ort am See verfügt über ein eigenes Strandbad. Neben Gelegenheiten zum Baden, für Strand- und Wassersport bietet der Neusiedler See auch gute Möglichkeiten zum Surfen und Segeln. Im Winter friert der See dank seiner geringen Tiefe nicht selten zu und ist dann ein ideales Terrain für Eiswanderungen, Eissegeln und Schlittschuhlaufen.

Eislaufen am Neusiedler See (Bild: Joadl, Wikimedia, GNU)

Eislaufen am Neusiedler See (Bild: Joadl, Wikimedia, GNU)

Grenzüberschreitender Nationalpark

Ein Markenzeichen des Neusiedler Sees sind die grossen Schilfbestände. Sie finden sich vor allem im westlichen Bereich und geben ihm sein charakteristisches Antlitz. Teile des Sees und seiner Umgebung gehören zum österreichischen Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel und setzen sich auf ungarischer Seite im Nationalpark Fertö-Hanság fort. Hier kann man besonders gut die einzigartige Flora und Fauna der Seeregion entdecken. Im Seewinkel östlich des Neusiedler Sees erleben Besucher bereits typische Puszta-Landschaft. Weite Grasflächen, salzhaltige Seen – Lacken genannt –, aber auch Sumpf- und Moorflächen prägen diese Gegend.

Stille am Neusiedler See (Bild: Tom2859  / pixelio.de)

Stille am Neusiedler See (Bild: Tom2859 / pixelio.de)

Eisenstadt – burgenländische Kapitale

Auch die Hauptstadt des Burgenlandes – Eisenstadt – liegt im nördlichen Teil des Bundeslandes. Das Städtchen bietet Besuchern viele sehenswerte Sakralbauten und weitere interessante Baudenkmäler. Zwei ragen besonders heraus: Schloss Esterházy und das Haydn-Haus.



Das ungarische Fürstengeschlecht der Esterházys bestimmte lange die Geschicke der Region. Das Schloss, das sich im barocken und klassizistischen Erscheinungsbild präsentiert, ist heute noch ein Zeugnis der Macht und des Reichtums der Fürstenfamilie. Wesentlich bescheidener zeigt sich das Haydn-Haus. Es gehörte dem berühmten Musiker und Komponisten Joseph Haydn, der lange im Dienste der Esterházys stand. Das Haus wird heute als Museum genutzt und widmet sich vor allem dem Privatleben des Meisters.

Ein weiteres Wahrzeichen der Gegend, Burg Forchtenstein, ist ebenfalls mit den Esterházys verbunden. Die eindrucksvolle Feste erhebt sich weithin sichtbar auf einer Anhöhe über dem Wulkatal. Im Inneren bietet die Burg Informationen zur Familiengeschichte des Adelsgeschlechts.





Schloss Esterhazy in Eisenstadt (Bild: Martin Müller  / pixelio.de)

Schloss Esterhazy in Eisenstadt (Bild: Martin Müller / pixelio.de)

Aktivurlaub und Wellness

Das Burgenland ist wegen seiner überschaubaren Höhenunterschiede eine Region zum Wandern und Radfahren. Es gibt ein sehr gut ausgebautes Wander- und Radwegenetz. Im Mittel- und Südburgenland stossen Urlauber in manchen Dörfern neben deutschen auf ungarische und kroatische Ortsbezeichnungen. Sie weisen auf die hier lebenden Minderheiten hin. Im Burgenland trafen seit jeher unterschiedliche Völker und Kulturen aufeinander. Im Mittel- und Südburgenland gibt es auch Angebote für Wellness und Erholung. Bad Tratzmannsdorf kann bereits auf eine Kurtradition aus k.u.k.-Zeiten zurückblicken. Neueren Datums sind dagegen die Thermen von Lutzmannsdorf und Stegersbach.

Weinbauregion Burgenland



Das Burgenland ist ein Weinland. Die grössten Weinbaugebiete liegen im Umfeld des Neusiedler Sees, aber auch das Mittel- und Südburgenland warten mit ausgezeichneten Weinen auf. Viele Weinorte konnten sich noch ihr ursprüngliches Erscheinungsbild erhalten. In der burgenländischen Küche mischen sich österreichische und ungarische Küchentraditionen. Das ist sicher nicht die schlechteste Verbindung.

 

Oberstes Bild: Burg Güssing – Schlossberg mit Fischteich (©Szalay Gábor István, Wikimedia, GNU)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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