Mailand – Mode- und Kulturmetropole in Norditalien

21.08.2014 |  Von  |  Europa, Italien
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Mailand – Mode- und Kulturmetropole in Norditalien
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Die alte Stadt Mailand bildet unbestritten die Metropole des italienischen Nordens. Mit gut 1,3 Millionen Bewohnern wird sie nur von Rom an Grösse übertroffen. Hier schlägt das wirtschaftliche Herz Italiens, die Stadt gilt als das Finanzzentrum des Landes. Die Mailänder Börse ist der Wertpapierhandelsplatz Italiens schlechthin. In ihrem Umfeld haben sich zahlreiche italienische Grossbanken angesiedelt.

Darüber hinaus ist Mailand ein Zentrum der Kunst und Kultur im nördlichen Italien. Die Stadt verfügt über zahlreiche bauliche Sehenswürdigkeiten. In die Skyline Mailands mischen sich moderne Hochhausbauten und Baudenkmäler früherer Jahrhunderte – das alles vor der Bergkulisse der Alpenausläufer um den Comer See.

Von der Schweiz gut zu erreichen

Mailand ist ein ideales Ziel für eine Städtereise von der Schweiz aus. Nur gut fünfzig Kilometer sind es vom Grenzübergang bei Chiasso im südlichen Tessin in die Millionenstadt, bei entsprechenden Verkehrsverhältnissen ist sie in weniger als einer Stunde zu erreichen.

Bereits in der Antike war Mailand eine bedeutende Stadt in der weiten Poebene Oberitaliens. Das römische Mediolanum war zeitweise sogar Sitz der Kaiser Westroms. Im Mittelalter entwickelte es sich zur stolzesten und bedeutendsten Stadtrepublik Norditaliens. Sein Unabhängigkeitsstreben wurde Mailand dabei fast zum Verhängnis. Von Friedrich Barbarossa erobert wurde die Stadt im Mittelalter fast vollständig zerstört, um danach im Zeitalter der Renaissance strahlend wiederzuerstehen. Später stand die Stadt lange unter österreichischer Herrschaft – bis zur italienischen Einigung. Zur Millionenmetropole entwickelte sich Mailand erst im 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung.

Der Mailänder Dom – das Wahrzeichen

Das unbestrittene Wahrzeichen der Stadt ist der Mailänder Dom, ein Meisterwerk der Gotik und nach dem Petersdom und der Kathedrale von Sevilla heute die drittgrösste Kirche der katholischen Christenheit. Wie viele bedeutende Kirchenbauten ist der Dom ein Werk mehrerer Jahrhunderte. 1386 begonnen wurde er erst im 19. Jahrhundert vollendet. Aussen beeindruckt der Bau durch seine reich dekorierte Fassade, im Inneren sind die bunten Glasfenster eine besondere Zierde. Das Dach des Doms ist begehbar, von hier aus kann man nicht nur die detailreichen Verzierungen der Aussenfassade studieren, sondern es bietet sich auch ein wunderbarer Panoramablick über die Stadt.





Der Mailänder Dom – das Wahrzeichen der Stadt (Bild: chris, Wikimedia, CC)

Der Mailänder Dom – das Wahrzeichen der Stadt (Bild: chris, Wikimedia, CC)

Von Michelangelo bis Leonardo da Vinci

Ein anderer Bau, der nur unwesentlich später als der Dom entstand, ist das Castello Sforzesco im Nordwesten der Altstadt. Die festungsartige Anlage mit mächtigen Türmen grenzt an einen weitläufigen Englischen Park und beherbergt mehrere Museen mit wertvollen Sammlungen, darunter auch die letzte Skulptur Michelangelos ‚Pietà Rondanini‘ – ein unvollendetes Werk. Ein weiteres weltberühmtes Kunstwerk befindet sich in der alten Dominikanerkirche Santa Maria delle Grazie. Hier schuf Leonardo da Vinci Ende des 15. Jahrhunderts sein bekanntes Meisterwerk ‚Das Abendmahl‘. Im Bereich der Altstadt sind auch noch Reste der Stadtmauer erhalten mit schönen Stadttoren aus unterschiedlichen Epochen.

Castello Sforzesco – Innenhof (Bild: Siegfried Weisenburger, Wikimedia, CC)

Castello Sforzesco – Innenhof (Bild: Siegfried Weisenburger, Wikimedia, CC)

Operntradition von Weltruf – die Scala

Mailand ist eine Stadt der Musik. Kein Name steht so sehr dafür wie das Teatro alla Scala, die Mailänder Oper. Sie gehört zu den traditionsreichsten Opernhäusern überhaupt. Äusserlich wirkt der klassizistische Bau eher unscheinbar, auch wenn er die gleichnamige Piazza della Scala dominiert, dafür ist sein Innenraum unvergleichlich. Zahlreiche berühmte Werke erlebten hier ihre Uraufführung, zum Beispiel „Nabucco“ und „Otello“ von Verdi oder „Madame Butterfly“ und „Turandot“ von Puccini. Die Musikdirektoren der Scala geniessen Weltruf.





Die Scala – Blick in den Zuschauerraum (Bild: Stefan Neudeck, Wikimedia, GNU)

Die Scala – Blick in den Zuschauerraum (Bild: Stefan Neudeck, Wikimedia, GNU)

Ein besonderes Shoppingerlebnis



Piazza della Scala und die weitläufige Piazza del Duomo vor dem Dom werden durch eine weitere Mailänder Sehenswürdigkeit verbunden: die Galleria Vittorio Emanuele II. Wenn man so will, handelt es sich um die Urmutter aller Einkaufspassagen. Sie wurde 1867 durch den italienischen König eröffnet. Die Geschäftsgebäude der Passage zeigen sich in üppigem Dekor aus Stuck, Marmor und Fresken. Das alles ist mit kühnen Glaskonstruktionen und einer gewaltigen Glaskuppel im Zentrum überdacht. In der Galleria einkaufen zu gehen, ist ein besonderes Shoppingerlebnis. Hier repräsentiert sich alles, was in der Welt der Luxusgüter Rang und Namen hat, dazu gibt es auch entsprechende Gastronomie – nichts für den kleinen Geldbeutel.





Galerie Vittorio Emanuele II in Mailand (Bild: Jean-Christophe BENOIST, Wikimedia, CC)

Galerie Vittorio Emanuele II in Mailand (Bild: Jean-Christophe BENOIST, Wikimedia, CC)




Internationale Modemetropole

Das gilt auch für die Mode. Mailand ist das Modezentrum Italiens und steht gleichberechtigt neben Paris, New York und London. Viermal im Jahr findet die Mailänder Modemesse statt, ein Ereignis von internationalem Rang. Jeweils im Januar und Juni wird Herrenmode, im Februar und September Damenmode präsentiert – es sind feste Termine im globalen Modekalender. Bekannte italienische Marken wie Armani, Dolce & Gabbana, Gucci, Prada, Valentino und Versace haben ihren Standort in der Stadt.

Mailand hat viele Facetten. Bei einer Städtereise lässt sich vieles miteinander verbinden – Kunst und Kultur, Shoppingevent und Musikgenuss. Die Metropole ist wie ein Schaufenster Norditaliens und bietet einen interessanten Kontrast zu Rom oder dem Süden des Landes. Mailand steht wie keine andere Stadt für das dynamische und wirtschaftlich erfolgreiche Italien.

 

Oberstes Bild: Vittorio-Emanuel-II- Denkmal in Mailand (© Marek Silarski, Wikimedia, CC)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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