Trás os Montes – im Nordosten Portugals

18.09.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Trás os Montes – im Nordosten Portugals
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Es ist eine abgelegene, wenig bekannte Region: Trás os Montes im Nordosten Portugals. Wer noch ursprüngliches, ländliches Leben auf der iberischen Halbinsel entdecken will, ist hier richtig, denn Touristenströme haben bisher einen Bogen um dieses Hinterland gemacht.

Der Name Trás os Montes ist dabei treffend. Er heisst übersetzt „hinter den Bergen“ und steht für die vom übrigen Portugal abgeschiedene Lage des Gebietes.

Einst Portugals elfte Provinz

Heute ist die Bezeichnung Trás os Montes ein rein geografischer Begriff. Bis 1976 stand der Name auch für eine der elf Provinzen Portugals. Mit der Neugliederung nach der Revolution verlor er jedoch seine verwaltungstechnische Bedeutung. Während das übrige Portugal dem Atlantik zugewandt ist, ist das Trás os Montes als einzige Region eher dem iberischen Binnenland zuzurechnen, es stellt eine Fortsetzung des kastilischen Hoch- und Berglands dar. Der Fluss Douro bildet dabei streckenweise die Grenze zwischen Spanien und Portugal.

Blick auf den Fluss Douro von der Gemeinde Miranda do Douro aus (Bild: Portuguese_eyes, Wikimedia, CC)

Blick auf den Fluss Douro von der Gemeinde Miranda do Douro aus (Bild: Portuguese_eyes, Wikimedia, CC)

Heisse Sommer und kalte Winter

Die Binnenlage macht sich im Klima bemerkbar. Die Sommer sind hier heisser und trockener als im übrigen Portugal, die Winter kälter und strenger. Dank zahlreicher Flüsse präsentieren sich grosse Teile von Trás os Montes im frischen Grün, die Gegend ist waldreich und wird auch landwirtschaftlich ausgiebig genutzt.
Im ohnehin nicht reichen Portugal galt das Trás os Montes immer als eine Region, in der das Leben besonders hart und arm ist. Landflucht prägte aus diesem Grund lange die Bevölkerungsentwicklung. Daher kommt es, dass man sich als Tourist hier auch heute manchmal fast ein bisschen wie ein Entdecker fühlt.



Rund um Vila Real

Ausgangspunkt einer Reise durch das Trás os Montes ist häufig die Stadt Vila Real, die frühere Provinzhauptstadt im Südwesten des Gebietes. Sie ist von Porto aus gut zu erreichen. Die von den Gebirgszügen des Marao und des Alvao umgebene Stadt verfügt über ein schönes historisches Zentrum. Eine besondere Sehenswürdigkeit ist der Mateuspalast im nahen Mateus. Nördlich von Vila Real liegt der Nationalpark Peneda-Geres. Er gilt mit seinen Bächen, Wasserfällen und Seen als eine der grünsten Landschaften Portugals und bietet gute Möglichkeiten zum Wandern.

Mateuspalast in der Nähe von Vila Real (Bild: Varun Shiv Kapur, Wikimedia, CC)

Mateuspalast in der Nähe von Vila Real (Bild: Varun Shiv Kapur, Wikimedia, CC)

Alte Grenzstädte: Chaves und Braganca



Ansonsten gibt es im dünn besiedelten Trás os Montes nur wenige, nicht allzu grosse Städte. Zwei weitere bedeutende Zentren sind die Grenzstädte Chaves und Braganca im Norden. Chaves war bereits in römischer Zeit besiedelt. Die alte Römerbrücke über den Fluss Tamega zeugt noch davon. Chaves wird von einer mittelalterlichen Burg und den Überresten zweier Festungen gekrönt, die auf die einstige militärische Bedeutung der Stadt hinweisen.

Der Name Braganca ist in Portugal wohlbekannt. Denn aus dieser Stadt stammt das gleichnamige frühere portugiesische Königshaus. Die Herrscher der Braganca-Dynastie regierten Portugal von 1640 bis 1853, im 19. Jahrhundert stellten sie auch die Kaiser von Brasilien. Die mittelalterliche Altstadt umgeben noch historische Mauern. Die Burg bildet ihr Wahrzeichen. In Braganca steht mit dem Domus municipalis auch der älteste profane Bau Portugals, ein wuchtiges romanisches Bauwerk, das einst als Ratsstätte diente. Im Norden der Stadt liegt mit dem Parque Natural de Montesinho ein weiteres reizvolles Gebiet für Wandertouren.





Römische Brücke von Chaves (Bild: Joaomartinho63, Wikimedia, CC)

Römische Brücke von Chaves (Bild: Joaomartinho63, Wikimedia, CC)

Miranda do Douro: keltische Bräuche



Den östlichsten Punkt Portugals und von Trás os Montes erreicht man in der Gemeinde Miranda do Douro. Die alte Grenzfeste und Bischofsstadt liegt strategisch günstig auf einem Felsmassiv oberhalb des Douro. Daher hat man von dem Ort einen schönen Blick auf den Fluss, der sich hier einen spektakulären Durchbruch durch das Gestein verschafft. In Miranda haben sich noch alte Bräuche und Traditionen erhalten. So wird hier eine eigene Sprache, das Mirandés, gesprochen. Trachten und Tänze weisen noch auf keltische Ursprünge hin.

Hinter den Bergen



Spätestens an diesem Ort wird deutlich, dass man sich in Trás os Montes in einem unbekannten Teil Portugals befindet. Wer in den Ferien Ruhe und Abgeschiedenheit abseits der bekannten Badezentren an der Küste sucht, findet beides bei einer Reise in die ursprüngliche Region hinter den Bergen.

 

Oberstes Bild: Parque Natural de Montesinho in Portugal (© Elisha.wolf, Wikimedia, CC)

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Über Stephan Gerhard

ist seit Jahren als freier Autor und Texter tätig und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um Finanzen, Geldanlagen und Versicherungen sowie Wirtschaft. Als langjähriger Mitarbeiter bei einem Bankenverband und einem grossen Logistikkonzern verfügt er über umfassende Erfahrungen in diesen Gebieten.

Darüber hinaus deckt er eine Vielzahl an Themen im Bereich Reisen, Tourismus und Freizeitgestaltung ab. Er bietet seinen Kunden kompetente und schnelle Unterstützung bei der Erstellung von Texten und Präsentationen.


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