Unterwegs in Berlin – die Hackeschen Höfe

27.10.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Unterwegs in Berlin – die Hackeschen Höfe
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Die Hackeschen Höfe in der Spandauer Vorstadt in Berlin Mitte sind ein beliebter Anziehungspunkt für Berlin-Besucher. Der bunte Mix aus interessanter Geschichte, Wohnen, Gewerbe und Kunst übt einen ganz besonderen Reiz aus.

Insgesamt acht miteinander verbundene Höfe bilden das grösste geschlossene Hofareal Deutschlands. 1993 wurden die Höfe im historischen Scheunenviertel umfangreich saniert und sind seitdem zu einem beliebten Szenetreffpunkt von Touristen und Berlinern avanciert. Das Viertel entstand im 17. Jahrhundert vor den Toren Berlins, da die Lagerung von leicht brennbarem Heu und Stroh innerhalb der Stadtmauern verboten war. Aufgrund des rasanten Bevölkerungswachstums wurde die Spandauer Vorstadt jedoch schnell an Berlin angebunden.



Zwischen der Rosenthaler Strasse und der Sophienstrasse wurden die Hackeschen Höfe als Wohn- und Gewerbekomplex im Jahr 1906 eröffnet. Jeder der acht Höfe hatte damals eine besondere Funktion: Während die ersten kulturell oder gewerblich genutzt wurden, dienten die hinteren Höfe Wohnzwecken. Für die damalige Zeit war die Ausstattung der Mietwohnungen gehoben, denn im Gegensatz zu anderen Unterkünften verfügten sie über Bäder, Innentoiletten und Zentralheizung. Der Zuzug jüdischer und französischer Einwanderer machte das Gebiet zu einem weltoffenen und beliebten Viertel.

Rund um die Hackeschen Höfe gibt es eine sehr lebendige Szene. (Bild: Schlaier, Wikimedia)

Rund um die Hackeschen Höfe gibt es eine sehr lebendige Szene. (Bild: Schlaier, Wikimedia)

Danach wurden die Höfe nach ihrer teilweisen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg lange vernachlässigt. Bei der Sanierung griff man das ursprüngliche Nutzungskonzept wieder auf, und so bieten die Hackeschen Höfe heute eine bunte Mischung aus Gewerbe, Kultur, Kinos, Theatern und Wohnungen. Vor allem Büros aus der Kreativbranche sind hier ansässig. Im ersten Hof ist das bekannte Berliner Varieté „Chamäleon“ untergebracht. Wer mag, besucht nach der Vorstellung eine der zahlreichen Bars. Im zweiten Hof erleben Besucher das Hackesche Hof-Theater, zudem haben sich hier einige Architekturbüros niedergelassen. Wer weiter durch die Höfe mit den fantastischen Jugendstilfassaden spaziert, findet unzählige kleine Läden, in denen sich herrlich stöbern lässt.

Rund um die Hackeschen Höfe gibt es eine sehr lebendige Szene, die vor allem bei Nachtschwärmern beliebt ist. Zahlreiche Klubs, Bars und Restaurants bereichern das Strassenbild und warten auf einen Besuch. Ganz in der Nähe der Hackeschen Höfe befindet sich Clärchens Ballhaus, Berlins ältestes Tanzlokal, das im Jahr 1913 eröffnet wurde. Rund um das Traditionshaus ranken sich unzählige Geschichten. So soll der bekannte Karikaturist Heinrich Zille hier einen Stammplatz gehabt haben. Der Maler Otto Dix zeichnete das Plakat, das noch heute für die Werbung des Hauses verwendet wird. Besonders sehenswert ist der wunderbare Spiegelsaal, der nach dem Zweiten Weltkrieg in eine Art Dornröschenschlaf fiel und viele Jahre ungenutzt blieb. Heute finden in dem einmaligen Saal wieder zahlreiche Veranstaltungen statt.



 

Oberstes Bild: Das Berliner Scheunenviertel ist ein beliebter Anziehungspunkt für Touristen. (© Times, Wikimedia, GNU)

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Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen zählen noch immer zu meinen Steckenpferden. Angetrieben durch die Lust, Neues zu entdecken, arbeite ich mich gern in unbekannte Themengebiete ein und lasse mich schnell begeistern.

Mit meiner Familie erkunde ich in den Ferien fremde Metropolen oder lasse bei einem Badeurlaub einfach die Seele baumeln. Seit ich klein bin, sind Bücher meine große Leidenschaft, wenn es meine Zeit erlaubt, bin ich immer mit einem guten Buch anzutreffen. Mich fasziniert alles, was mit Kreativität zu tun hat: Von Acrylbildern, über Glasmalerei bis hin zu Loombands habe ich schon vieles ausprobiert.


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