Verona – Romeo und Julia auf der Spur

15.07.2014 |  Von  |  Alle Länder, Europa
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Verona – Romeo und Julia auf der Spur
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Die Arena di Verona ist weltberühmt und gilt nach dem Kolosseum in Rom als das am besten erhaltene Amphitheater der Welt. Der kleine Balkon, auf dem Julia ihrem Romeo ewige Liebe schwor, ist ebenso sehenswert wie das mittelalterliche Zentrum der Stadt an der Etsch. Nicht umsonst zählt Veronas Altstadt seit 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Beeindruckend: Die Arena di Verona

Wir beginnen unseren Rundgang an der Arena, das Bauwerk ist wirklich sehr gut erhalten und beeindruckend. Auf der Piazza Brà vor dem Amphitheater tummeln sich unzähliger Künstler, wer mag, lässt sich mit einem römischen Gladiator fotografieren. Natürlich wollen wir die Arena von innen besichtigen, die Schlange ist leider recht lang und die Sonne strahlt erbarmungslos auf den Platz. Dennoch stellen wir uns an und sind nach etwa einer halben Stunde im Inneren.

Im Ursprungszustand war die Arena von einer Mauer aus rotem Marmor umgeben – Überreste davon entdecken wir an der Nordseite des Bauwerkes. Die Geschichte der Arena geht zurück bis ins 1. Jahrhundert nach Christi. Damals liessen die Flavier das Amphitheater erbauen. Etwa 400 Jahre lang erlebte das Volk hier brutal kämpfende Gladiatoren, die Spiele wurden erst im Jahr 404 n. Chr. von Kaiser Honorius verboten.

Arena di Verona (Bild: Birgit  / pixelio.de)

Arena di Verona (Bild: Birgit / pixelio.de)

Danach folgte eine wechselvolle Geschichte: Die Skaliger nutzten die Arena als Hinrichtungsstätte und hielten Ritterkämpfe ab. Zu Zeiten der Venezianer waren vor allem Handwerker und Prostituierte in den Arkaden rund um die Arena anzutreffen. Im Jahr 1913 kam es schliesslich anlässlich des 100. Geburtstages von Guiseppe Verdi in der wunderbaren Kulisse zur ersten Opernaufführung. Wer länger in der Gegend ist, sollte sich unbedingt um Karten bemühen – jedes Jahr im Juli und August finden die Opernfestspiele statt. In dieser Zeit finden täglich Vorstellungen statt, sodass Sie an der Abendkasse durchaus Chancen auf recht günstige Karten haben. Nehmen Sie sich ein Sitzkissen mit, denn wie damals sitzen die Zuschauer in den hinteren Rängen auf harten Steinmauern!

Wir klettern bis hinauf auf die letzten Sitzreihen und geniessen einen Blick auf die beeindruckende Bühne – alles ist schon für die abendliche Vorstellung vorbereitet. Über die breiten Mauern hinweg haben wir einen herrlichen Blick über die Stadt.

Die Mauer von Verona (Bild: Lo Scaligero, Wikimedia, CC)

Die Mauer von Verona (Bild: Lo Scaligero, Wikimedia, CC)

Wo Romeo seiner Julia ewige Liebe schwor



Als nächstes wollen wir unbedingt das Casa di Guiletta besichtigen, jenen berühmten Balkon, auf dem Julia stand, als Romeo ihr ewige Liebe schwor. Wir schlendern durch die Via Mazzini, die grosse Einkaufsmeile, an der wir Läden aller grossen Modelabels entdecken, und gelangen schliesslich zum Piazza delle Erbe, einem Blumen- und Gemüsemarkt, auf dem ein reges Treiben herrscht, darüber hinaus gibt es hier unzählige Souvenirstände. Am nördlichen Ende des Platzes thront der Markuslöwe als Zeichen für die einstige venezianische Herrschaft. Auf einem Podest, dem Capitello, wurden dem Volk hier während des Mittelalters wichtige Entscheidungen verkündet. Die umliegenden Paläste wirken sehr malerisch und sehenswert, hier befindet sich auch der Palazzo del Comune, das einstige Versammlungshaus der Stadt.



Wir wenden uns nach rechts und folgen dem Strom der Touristen zum Casa di Gulietta in der Via Capello Nr. 21. Hier soll sich die tragische Liebesgeschichte von Shakespeare abgespielt haben. Auf dem Innenhof des Palazzos tummeln sich unendlich viele Besucher. Das Haus kann von innen besichtigt werden, natürlich haben Sie dabei Gelegenheit, auf den berühmten Balkon hinauszutreten. Angesichts des riesigen Ansturms verzichten wir auf einen Besuch und versuchen, den Balkon abzulichten, ohne dass jemand darauf steht und winkt – gar nicht so einfach!

Wir bummeln weiter und gelangen zum Piazza dei Signori, auf dem sich das Denkmal Dantes befindet. Auf dem Weg passieren wir den Torre die Lamberti, einen 84 Meter hohen Uhrturm, der als eines der höchsten Gebäude der Stadt gilt. Wer mag, klettert die 368 Stufen zur Aussichtsplattform hinauf, ist der Besucherandrang nicht allzu gross, geht es mit dem Lift deutlich schneller.

Casa di Guiletta in Verona (Bild: Lo Scaligero, Wikimedia, CC)

Casa di Guiletta in Verona (Bild: Lo Scaligero, Wikimedia, CC)

Castelvecchio mit Ponte Scaligero



Am Ufer der Etsch befindet sich die grosse Befestigungsanlage Castelvecchio mit der Ponte Scaligero. Einst residierten hier die Skaliger, die Brücke sollte bei Gefahr einen Weg zum anderen Ufer der Etsch sichern. Die Brücke mit den drei Bögen galt bei ihrer Fertigstellung im Jahr 1356 als grösste Segmentbogenbrücke der Welt. Heute befindet sich in dem sehenswerten Gebäude ein Kunstmuseum mit Arbeiten von Veroneser Künstlern.





Ponte Scaligero in Verona (Bild: Jakub Hałun, Wikimedia, GNU)

Ponte Scaligero in Verona (Bild: Jakub Hałun, Wikimedia, GNU)




Die Kirche San Zeno ist die grösste Kirche Veronas, die von aussen einer Basilika gleicht. Besonders sehenswert ist die riesige Fensterrose über dem eher schlicht gehaltenen Hauptportal. Bei unserem Spaziergang entdecken wir weitere Sakralbauten: Der Dom Santa Maria Matricolare auf der Piazza Duome beeindruckt durch gotische und romanische Stilelemente und ein riesiges Säulenportal des Meisters Nicolo. Im Inneren befindet sich das berühmte Altarbild Tizians mit Marias Himmelfahrt. Der nachträglich angebaute weisse Turm prägt das Veroneser Stadtbild.

Nach der Besichtigung bummeln wir noch ein wenig durch die kleinen, verwinkelten Gassen – abseits der beliebten Sehenswürdigkeiten herrscht eine angenehme Ruhe. Am Ufer der Etsch finden wir ein lauschiges Plätzchen, an dem eine leichte Brise weht und geniessen in einem Café ein kühles Getränk – was will man mehr?

 

Oberstes Bild: Stadtansicht von Verona (© Udo Sodeikat  / pixelio.de)

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Über Andrea Hauser

Aus meinem langjährigen Hobby, dem Schreiben, ist im Jahr 2010 ein echter Job geworden - seitdem arbeite ich als selbständige Texterin. Davor war ich als gelernte Bankkauffrau im klassischen Kreditgeschäft einer Hypothekenbank tätig. Immobilien und Baufinanzierungen zählen noch immer zu meinen Steckenpferden. Angetrieben durch die Lust, Neues zu entdecken, arbeite ich mich gern in unbekannte Themengebiete ein und lasse mich schnell begeistern.

Mit meiner Familie erkunde ich in den Ferien fremde Metropolen oder lasse bei einem Badeurlaub einfach die Seele baumeln. Seit ich klein bin, sind Bücher meine große Leidenschaft, wenn es meine Zeit erlaubt, bin ich immer mit einem guten Buch anzutreffen. Mich fasziniert alles, was mit Kreativität zu tun hat: Von Acrylbildern, über Glasmalerei bis hin zu Loombands habe ich schon vieles ausprobiert.


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